Liste der Ortspfarrer in Großaspach seit der Reformation

1.      Brünlin, Johannes                                             1558-1598

2.      Seusler, Bernhard                                             1598-1602

3.      M. Wieland, Nicolaus                                         1602-1636

4.      Keisser, Johannes                                             1636-1640

         Stephani, Michael (von Oppenweiler aus)         1640-1653

5.      Stephani, Michael                                              1653-1680

6.      Hägelin, Johann Erhard                                     1680-1707

7.      Banger, Christian                                               1707-1726 (1729)

8.      Storr, Johann Adam                                           1729-1739

9.      M. Bühler, Felix Gottlieb                                     1739-1762

10.    Bender, Phillip Burkhard Friedrich                     1762-1803

11.    M. Schwarz, Johann Eberhard                           1803-1819

12.    M. Eisenbach, Ernst Rudolf                                1820-1836

        Pfarrverweser                                                       1836-1837

13.    Koch, Eduard Emil                                              1837-1847

        Pfarrverweser Teichmann, Karl Ludwig Eduard  1847

14.    Hess, Wolfgang Friedrich                                    1847-1850

        Pfarrverweser                                                       1850

15.    Eisenbach, Ernst Rudolf                                      1850-1877

        Pfarrverweser                                                       1877-1878

16.    Öffinger, Hermann Friedrich                                1878-1892

        Pfarrverweser Mergenthaler, Ernst                       1892-1893

17.    Schopf,  Ernst                                                      1893-1919

        Pfarrverweser                                                       1919

18.    Walter, Wilhelm                                                    1919-1939

19.    Schuler, Paul                                                       1939-1967

20.    Keitel, Gerhard Albrecht                                       1968-1975

21.    Lang, Ulrich   (wird Pfarrer in Rudersberg)          1975-1984         

22.    Leins, Hartmut (wird Dekan in Vaihingen / Enz)   1984-1995          

         Pfarrverweserin Monique Baumann                     1995-1996

23.   Altenmüller, Uwe u. Charlotte                                1996-2013

        (wird Dekan in Gaildorf)

       Vikar Markus Grapke  (wird Pfarrer in Stgt.-Zuffenhausen)         2001-2003  

       Vikarin Ulrike Heinrich  (wird Pfarrerin in Marbach-Hörnle)         2003-2006

       Vikarin Stephanie Menier  (wird Religionslehrerin in Backnang) 2006-2008

       Vikarin Dr. Henrike Frey-Anthes (wird Pfarrerin in Kupferzell)     2008-2011

       Vikarin Miriam Guillett  (wird Pfarrerin im Dekanat Schw.Hall)    2011-2013

 

24.    Kaschler, Irmgard u. Martin                                   ab  2013   

 

                     

Der Pfarrer als Bauer

Es ist bekannt, daß die Pfarrer in früheren Jahren nicht besonders hoch besoldet waren, vor allem solange die Herren von Sturmfeder aus Oppenweiler die hiesigen Patronatsrechte innehatten. Bereits Pfarrer Hägelin hat sich im Jahr 1695 darüber beklagt. Beim späteren württembergischen Regime wurde die Besoldung dann erheblich verbessert.Die Pfarrbeschreibung von 1828 bringt dies ebenfalls zum Ausdruck.So ist es verständlich, daß die Pfarrer zusätzliche Einkünfte durch ihre landwirtschaftliche Tätigkeit benötigten. Zur Bewirtschaftung standen ihnen hierfür die Kirchengüter (etwa 15 Morgen), als Wirtschaftsgebäude vor allem die Pfarrscheuer zur Verfügung.
Als letztes Relikt der landwirtschaftlichen Tätigkeit der hiesigen Pfarrer ist der denkmalgeschützte Hühner- und Schweinestall auf der Westseite des Pfarrhauses übriggeblieben, neben dem auch noch die aus Sandsteinen gesetzte Rundung des alten Pfarrhausbrunnens zu erkennen ist. 
Von M. Johann Eberhard Schwarz, der von 1803 bis 1819 hier Pfarrer war, ist uns durch die am 7. August 1810 durchgeführte Viehzählung folgender Tierbestand bekannt:

1 Pferd
3 Kühe
3 Rinder
1 Kalb

2 Mutterschweine
1 Läuferschwein

Die ungehorsamen Pfarrer

Im Jahr 1797 verlangte der damalige Herzog und spätere König Fried-
rich der Zweite von den Pfarrern, während der Schwangerschaft seiner
zweiten Frau Charlotte - einer Tochter des Königs Georg III. von
Großbritannien - folgendes Gebet in den Gottesdiensten zu verlesen:

Friderich der Zweite, von Gottes Gnades Herzog von Wirtemberg und Teck.Unsern Gruß zuvor, Ehrsamer, Lieber Getreuer!
Da die regierende Frau Herzogin, Unserer innigstgeliebten Frau Gemahlin liebden sich in gesegneten Leibesumständen befinden, so wollen wir gnädigst verordnet haben, dass in sämtlichen Kirchen Unsrer Herzoglichen Lande die in der Beilage enthaltene Fürbitte bis auf weitere Verordnung bei allen Gottesdiensten gesprochen werde.Ihr habt daher nicht nur Selbst das Nötigste zu beobachten, sondern auch Eire Diocesangeistlichen zur Befolgung dieser Verordnung anzuweisen.Daran geschieht Unsere Meinung, und Wir verbleiben Euch in Gnaden gewogen. Stuttgart den 30. Decbr. 1797.

Diesem Gebot widersetzten sich der Pfarrer von Großaspach, Philipp Friedrich Burkhard Bender (1762-1803), und der Pfarrer von Oppenweiler, Johann Christoph Schreyvogel (1789-1802). Die Gründe für deren Ablehnung sind nicht bekannt. Vermutlich lagen sie in den verschiedenen Beziehungen Friedrichs H. zu anderen Frauen. Es sei angemerkt, dass das zu erwartende Kind früh verstorben ist. 
Die Weigerung der beiden Pfarrer hatte natürlich Folgen. Wie aus dem nachfolgenden Brief zu ersehen ist, wurde ihnen eine Strafe von 30 Reichstalern angedroht. Die Pfarrer blieben bei ihrer Ablehnung und bezahlten die Strafe.

Unsern Gruß zuvor, Ehrsamer, liebe Getreue! 
Wir haben aus dem von Euch, dem Decano, unterm 24.1en Janr: h. a. zu Unserem herzogl' Consistorio erstatteten uthgstn Bericht, mit gerechtem Mißfallen zu ersehen gehabt, daß die beide Pfarrer zu Oppenweiler und Groß Asbach sich weigern, die in den herzogt: Landen vorgeschriebene Kirchliche Fürbitte für Unserer, in gesegneten Leibes Umständen sich befindenden Fraw Gemahlin Liebden zu sbrechen.
Da nun die Rechte des herzoglichen Haußes hierunter keinem Zweifel unterworfen sind;
So ertheilen Wir Euch, dem gemeinschaftl- Oberamt, den gdgstn Befel, sogleich noch in dieser Woche die beiden Pfarrer, unter Beziehung auf den von Uns erhaltenen Befehl, und zwar jedem bei einer Strafe von Dreisig Reichsthalern, wiederholt zu Beobachtung Unserer gnädigsten Verfügung zu erinnern, und dieselbe insbesondere bestimmt dazu aufzufordern, am künftigen Sonntag um so gewißer die anbefohlene Fürbitte zu brechen, als ansonsten Ihr bereits angewiesen seyet ohne weitere Anfrage mit dem Straf Ansaz fürzugehen und in dieser Rüksicht einen Theil ihrer Zehend- oder anderen Einkünfte mit Arrest zu belegen. Es wird daher Dir, dem Oberamtmann, der Befel ertheilt, wann beide Pfarrer in ihrer Widersezlikeit beharren sollten, ohne weitere Rückfrage wirklich einen Theil ihrer Zehend- oder anderer Pfarramtlichen Einkünfte mit Arrest zu belegen um Dich des Einzugs der angesenen Strafen zu vergewißern. Daran geschieht Unsere Meynung und Wir bleiben Euch in Gnaden gewogen.
Suttgart den 8.t Mart. 1798