Eingangsgebet

Auch an diesem Morgen sagst du ja zu uns,

guter Gott: Ja, „ich habe dich je und je geliebt“,

dich, Menschenkind, dich, den ich

mit Namen kenne, weil du

Kind meiner Liebe bist.

Und mag es dir auch schwer fallen,

dich selber zu lieben und ja zu sagen,

wer du und wie du bist

und wie du leider auch sein kannst,

ICH habe mein Ja zu dir gesprochen

als ICH dich auf deinen Lebensweg schickte –

verbindlich, verlässlich, unumstößlich:

„ICH habe dich je und je geliebt,

darum habe ICH dich bei deinem

Namen gerufen; du bist mein!“

Nichts und niemand

vermag dich aus meiner Hand reißen!

Danke, himmlischer Vater,

dass wir uns jeden Sonntag neu

deiner Liebe vergewissern

und am Beginn jeder neuen Woche

den Mantel deiner zärtlichen Liebe

umlegen lassen dürfen.

Wir wissen wohl, dass in unserem Leben

gewiss nicht alles gut ist, und unser Handeln

und Tun so oft und weit hinter dem zurückbleiben,

wie wir gerne sein und handeln wollten.

Vergib uns, HERR,

erneuere uns und richte unser Denken

und dann unsere Füße neu aus.

Wir wollen ja in deinen Christus-Spuren gehen,

wollen sein, wozu du uns berufen hast –

Salz der Erde und Licht der Welt.

Gib, HERR, was du forderst;

und dann fordere, was du willst!

Deine Kinder sind wir, wie köstlich;

deine Geduld mit uns, Vater, unbegreiflich.

Was sollte aus uns werden,

wenn du nicht Christus wärst –

unser Heiland und Retter.

 

Höre das Reden unserer Herzen, wenn wir jetzt

in der Stille miteinander und füreinander beten.

Gebet beim Bläsergottesdienst

Gott, unser Schöpfer und HERR;

du hast am Ostermorgen ein Lied erklingen lassen,

das den Cantus firmus Christus Jesus hat. Er ist der Tenor,

der Grund und Halt, in dem alles zusammengehalten

und rettend zusammengefügt wird.

„Christus ist auferstanden!“ singt es von Ostern her;

keine Macht der Welt kann dieses Lied der Freude

wieder zum Schweigen bringen.

Und sollten wir Menschen vergessen, dein Loblied zu singen,

so werden die Steine zu singen beginnen. 

Wir danken dir, HERR, dass du Menschen

mit besonderen musikalischen Fähigkeiten begabst,

die sich in deinen Dienst rufen lassen – „geadelt“,

dein Lied von Ostern her in immer neuen Weisen

und Varianten zu spielen und zu singen,

mit Instrumenten und Stimmen, von Herzen und mit Verstand,

voller Fantasie und Chorgeist

neue und wunderbare Choralfantasien in unserer Welt erschaffend,

die Antwort sein wollen auf deine Neuschöpfung in Christus.

Wir bitten dich, HERR, für unseren Posaunenchor:

Begleite und segne das Musizieren und die gelebte Gemeinschaft.

Junge Menschen lass deinen Ruf hören, Trompete, Posaune,

Horn oder Tuba zu erlernen, mit Fleiß und Freude zu üben,

um bald schon inmitten des großen Chores

dein Loblied mitspielen zu können.

HERR, du rufst und berufst; lass uns dein Wort hören

und deinen Ruf nicht überhören.

Mache uns zu Boten des Ostermorgens,

die auch inmitten großer scheinbarer Ausweg-

und Ratlosigkeit das Christuswort der Hoffnung weitertragen.

Eingangsgebet beim Bläsergottesdienst

Loben wollen wir dich, Gott,

mit Klängen und Versen,

Melodien und Worten.

Unseren Mund tun wir auf,

um deine Größe zu besingen;

unsere Lippen bewegen wir,

um deine Wunder zu preisen;

unsere Instrumente bringen wir zum Klingen,

um in die Musik des Himmels einzustimmen,  

unsere Herzen halten wir dir hin,

um deine Liebe anbetend zu begreifen.

Dass du uns gut bist, Gott,

dass du liebst ohne Maß

und uns erhältst,

wie es uns selber gefällt,

soll uns immer neu ins Herz gelegt werden –

wie Nahrung, die stärkt,

und Quell, der erfrischt,

wie ein Morgentau, der unsere Kräfte weckt,

und wie das letzte Abendrot,

das die Decke deiner Gnade auf unser Tagwerk legt.

Danke, himmlischer Vater,

dass deine Liebe stark ist wie die einer Mutter

und deine Güte verlässlich wie die eines Vaters.

Komm zu uns, jetzt, guter Gott,

sei in unserer Mitte, spürbar, hörbar.

Und schließe uns zusammen zu deiner Gemeinde

als eine Gemeinschaft des Friedens,

die ausstrahlt und Salz wird

und Licht der Welt.

Gebet zu Psalm 31

Gott Ewiger, ewig nenne ich dich,

und weiß doch nicht wirklich, was Ewigkeit ist.

Die Zeit nur kenne ich, Zeit, die vergeht und mir

meine eigene Vergänglichkeit vor Augen führt.

Darum hoffe ich auf dich, den Ewigen,

dass du mich durch die Zeiten meines Lebens

begleitest und leitest und mir am Ende

meiner Lebenszeit die Ewigkeit schenken wirst.

Gott Ewiger,

Bilder brauche ich, um ein Bild des Glaubens von dir zu gewinnen,

und soll mir doch kein Bildnis von dir machen,

das dich einsperrt in meine kleine Welt,

und dich am Ende zum Abgott meiner an den Himmel

projizierten Wunschvorstellungen degradiert.

Bilder des Glaubens schenkst du uns, Gott,

malst dich uns vor Augen als starker Fels

und feste Burg, auf dem wir unser Leben

getrost bauen und hinter deren schützenden

Mauern wir Frieden und Glück finden.

Lass uns, Gott, in diesen wunderbaren

Bildern unser Leben bergen mit all seinen

wunderbaren, aber auch schweren Erfahrungen.

Du bist verlässlich, Gott, bist treu – unwandelbar treu.

Unsere Zeit steht in deinen Händen –

keine Macht der Welt, die uns

deinen guten Vaterhänden entreißen kann.

Eingangsgebet

Loben will ich dich, himmlischer Vater, loben deine Treue, mit der du mein Leben begleitest. Auch heute Morgen siehst du mich an mit Augen deiner Liebe, fragst nicht danach, was ich geleistet habe, und bemisst deine Güte nicht nach menschlichen Maßstäben von Gelingen oder Versagen.

Gerufen hast du mich in dein Haus und vor dein Angesicht, gerufen in deine Gemeinschaft, in die ich alles mitbringen soll, was jetzt zu mir gehört – Licht und Schatten, Freude und Trauer, was ich gerne von mir zeige und was ich als Schuld und Versagen lieber verstecke. Ich bin da, HERR; rede zu mir.

Gib meinem Herzen Nahrung und meinem Verstand Erkenntnis. Gib mir die Freude, die ich mir selber nicht geben kann, und die Vergebung, die mich rein macht wie ein Neugeborenes. Mein Leben will ich bewusst in deine Hände legen, meine Hoffnung und meine Angst, mein Glück und genauso alles, was mir Mühe macht und womit ich oftmals zu kämpfen habe.

Höre uns, HERR, wenn wir in der Stille vor dich bringen, was uns jetzt besonders bewegt, miteinander und füreinander betend: Stilles Gebet

"Sichelhenket" - Eingangsgebet

Gott, unser Schöpfer. Alles Leben kommt aus deiner Hand. Die wunderbare Vielfalt und die betörende Schönheit, die erquickende Frische und die belebende Wärme, die Ruhe der Nacht und die Lebenskraft des Morgens – alles entspringt deinem göttlichen Geist und Herzen. Du sprichst, und es geschieht; du beschließt, und es wird Wirklichkeit. Auch die Zeit hast du geschaffen, aus der uns zufließt jeder Augenblick: Zeit des Lebens, geschenkte Zeit, anvertraute Jahre und Jahrzehnte. Lass uns dich, Gott, loben mit unserem Leben – mit unseren Stimmen und Liedern, mit unseren Worten und Gedichten, mit unseren Händen und Werken. Unser Leben soll dich spiegeln, großer Gott – deine Freude am Schaffen, deine Liebe zu allen Geschöpfen, deine Treue zur Welt. Lass uns gute Gärtner und Verwalter deiner Herrlichkeiten sein – verliebt ins Erhalten und begeistert beim Gestalten.  Danke, dass du uns Zeit des Lebens schenkst. Danke, dass du uns gemeinsame Zeit schenkst. Danke, dass du uns hörst und wir mit dir reden dürfen.

Höre uns, Gott, wenn wir dir in der Stille unser Herz öffnen und dir anvertrauen, was uns jetzt besonders bewegt: 

Stilles Gebet

Eingangsgebet

Himmlischer Vater, höre meine Stimme. Zärtlicher Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit, nimm Wohnung in mir – jetzt. Alles Laute in mir soll nun schweigen vor Dir, dem Heiligen. Meine Freude, ich halte sie Dir dankbar hin. Meine Energie und Lebenskraft, ich spüre sie und bin glücklich darüber. Auch, was mich beschwert, hat jetzt Recht und Raum vor Dir, Gott; denn du willst mir tragen helfen, abnehmen, was mich belastet, vergeben, was mir Leid tut, heilen, was in mir verletzt ist. Gott, du bist eine Wohltat. 

Gebet zum Eingang

Treuer Gott,

diesen Morgen gibst du uns,

einen neuen Tag unseres Lebens –

Sonntag, Licht-Tag, Tag unsers HERRN,

der das erste Licht erschaffen

und seine Welt von Ostern her

in ein neues Licht getaucht hat.

Zärtlicher Heiland,

diesen Morgen schenkst du uns,

an dem Leib und Seele aufatmen,

weil wir frei sind von dem,

was die Woche uns abfordert Tag für Tag.

Unser Hände legen wir in den Schoss

und vertrauen darauf, dass du sie füllst.

Vergib uns, wo wir Schuld auf uns geladen haben

und lass uns den Weg zur Versöhnung

mit unserem Nächsten finden.

Wo wir gebeugt sind, richte uns auf,

und wo wir uns verlaufen haben,

richte uns neu aus.

Und wer heute Morgen Schweres

auf dem Herzen hat, soll erleben,

dass du, treuer Gott, uns tragen hilfst.

Gebet zur gottesdienstlichen Begrüßung von KonfirmandInnen

HERR Jesus Christus, "X" junge Menschen unserer Gemeinde haben sich auf den Weg zur Konfirmation gemacht. Lass es ein guter Weg werden, Erfahrungen, die sich lohnen, Zeit, die nicht vertan ist - wertvolle Begegnungen, Begegnung vor allem mit dir, dem HERRN unseres Lebens. Lass diese jungen Menschen spüren, wer du bist und wie du bist, wie liebevoll du sie ansiehst und wie treu du sie begleiten willst auf dem Weg ihres Lebens. Lass sie auch begreifen, dass du oft leise redest, schon gar nicht überredest, und doch so sehr auf ihre Antwort wartest – so wie ein Liebender sehnlich auf die Antwort der Geliebten wartet, auf das Ja: "Ja, ich will den Weg meines Lebens mit dir gehen, mich dir anvertrauen mit meiner Freude und meiner Energie, mit meinen Fragen und Sorgen, mit allem, was zu mir gehört." Guter Gott. Wir befehlen dir unsere jungen Menschen an. Begleite und trage sie. Uns Eltern und allen, die für sie Verantwortung übernommen haben, gib Weisheit und Verstand, ihnen das zu sein und zu geben, was sie wirklich brauchen: Liebende, die zuhören und hinhören, sich Zeit nehmen, damit ein Raum für Gespräche überhaupt erst entstehen kann, in dem Fragen des Lebens und Glaubens fruchtbar zur Sprache kommen können.

Eingangsgebet

Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit,

dass du hörst, wenn wir rufen,

und dich finden lässt, wenn wir dich suchen –

wer mag das begreifen?

Der HERR des Universums

hört auch meine Stimme

und ist sich nicht zu groß und zu schade

für mein winziges menschliches Universum.

Meine Stimme ist ihm vertraut,

mein Denken ihm bekannt

und mein Handeln vor seinen Augen.

Mein ganzes Leben liegt vor ihm

wie ein aufgeschlagenes Buch.

Eine lange Geschichte

mit vielen Kapiteln,

die erzählen von Glück und Unglück,

Gelingen und Versagen,

Wohl- und Übeltaten.

Du weiß es, mein Gott, wie ich bin

und was mich bewegt.

Meine Schuld siehst du an

und willst mich davon befreien,

damit ich immer neu umkehren

und aufatmen kann.

Mein Herz willst du berühren,

damit es in Gleichklang kommt

mit deinem göttlich liebenden Herzen;

so begegnest du mir und uns,

so beginnst du mit mir und mit uns

eine Geschichte des Heils,

damit es in unserer Welt heiler zugehe

und aufatmen können

Mensch und Kreatur.

Komm in mein Herz, großer Gott, jetzt –

komm in unsere Gemeinde, Heiland der Welt, jetzt.

Lass uns erfahren, dass du lebst

und Freude hast, wo Leben gestärkt wird

mit neuer Hoffnung und Lebensgewissheit. 

Geist Gottes - der große Unbekannte

Dein Fest feiern wir, Gott Heiliger Geist. Deinen Namen rufen wir an im Gebet und reden von dir vollmundig einen ganzen Artikel lang, wenn wir unseren Glauben bekennen. Und doch bleibst du uns rätselhaft fremd, viel fremder als Schöpfer und Vater, Sohn und Erlöser, von denen ein inneres Bild zu gewinnen uns nicht schwer fällt.

Vielleicht bist du uns ja viel zu nahe, als dass wir dich erkennen könnten...  bist die Kraft, die uns belebt, der Atem, der uns durchströmt und die Zeit, die uns geschenkt ist? In dir leben und weben und sind wir. Keine Zelle unseres Körpers, die nicht von dir am Leben erhalten wird, kein Gedanke, den wir denken, der jenseits deines Geistes gedacht sein könnte, und keine Galaxie in unvorstellbaren Weiten und Dimensionen, die nicht durch deine Energie getrieben und von deiner Kraft zusammengehalten wird.

Gott Heiliger Geist, so wenig wir auch von dir wissen und begreifen – das eine aber doch: Du schenkst uns Leben und Zeit und lässt uns zufließen Kraft und Mut. Wenn wir ermatten wollen, stärkst du uns; wenn wir an uns zu verzweifeln drohen, flüsterst du ins Ohr unserer Seele: "Steh auf und geh weiter, denn du bist geliebt und wirst gesehen. Fürchte dich nicht, denn Gott begleitet dich und wird dir den Himmel schenken."

14.5.2018: 70 Jahre "Israel" - "Augapfel Gottes"

Ewiger, treuer Gott, aus allen Völkern hast du dir eines erwählt, das du deinen Augapfel nennst. Es wie deinen Augapfel zu hüten, hast du ihm versprochen und deine besondere Liebe und Treue ihm zugesagt. Zum Segen für die Welt soll es nach deinem Willen werden, denn von Abraham her gilt: In dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter auf Erden (Genesis 12, 3). Streng bist du mit deinem besonderen Volk, denn große Gerichte hast du über es verhängt und ihm unsägliches Leid nicht erspart. Und wenn ihm der Hochmut der Erwählung zu Kopfe stieg, hast du es wieder und wieder erinnern lassen an den Beginn deiner Geschichte mit ihm und hast ihnen zugerufen: Nicht hat euch der HERR angenommen und euch erwählt, weil ihr größer wärt als alle Völker – denn du bist das kleinste unter allen Völkern -, sondern weil er euch liebt (Deuteronomium 7, 7). Du Gott, Israels – immer wieder haben Christen geglaubt, deine besondere Liebesgeschichte mit Israel sei längst zu Ende und deine Verheißungen einfach übergegangen auf Kirche und Christenheit. Wie viel Leid ist daraus erwachsen und wie viel ideologische Verblendung in Köpfe eingepflanzt worden. Auch heute erhebt sich wieder der Ungeist des Antisemitismus in unserem Land und anderen Teilen Europas. Du Gott Israels, Vater unseres HERRN Jesus Christus: Danke, dass dein Heiland den „Zaun“ weggenommen hat und seit Golgatha für alle Menschen gilt: So seid ihr nun nicht mehr Gäste und Fremdlinge, sondern Mitbürger der Heiligen und Gottes Hausgenossen (Epheser 2, 19). Lass uns zusammen mit Israel dem Frieden nachjagen und in der Welt tun, was der Gerechtigkeit dient; denn Frieden und Gerechtigkeit küssen sich (Psalm 85, 11). 

Palmsonntag - Gebet zu Psalm 24: Machte die Tore weit

Vor den Toren unserer Städte und Dörfer

stehts du am Beginn dieser Karwoche,

und an die Türen unserer Herzen

klopfst du, damit wir dir öffnen,

du König des Himmels.

Ob wir dir wohl auftun werden -

die Tore weit und die Türen hoch machen,

dass du einziehen kannst?

Wo du einziehst,

bleibt nicht alles beim Alten

und wo du Wohnung nimmst,

verändern sich „Lebenshäuser“;

das Licht des neuen Herrschers spiegeln sie -

sein Denken und Betrachten,

sein Streben und Lieben,

sein Versöhnen und Vergeben.

Du König des Himmels,

dein Reich komme und dein Wille geschehe!

Die Gewalttätigen stößt du vom Thron

und erhebst die Niedrigen;

die Hungrigen füllst du mit Gütern

und lässt die Reichen leer ausgehen.

Der Barmherzigkeit gedenkst du …

wieder und wieder –

bist kein König der hin-, sondern aufrichtet.

König des Himmels,

der du an der Schwelle zu unserem Häusern

und Herzen stehst: Wann werden wir

wohl begreifen, wo und wie

dein göttliches Herz wirklich schlägt.

So anders.

So ganz anders als Religion

durch alle Zeiten sich das zurechtlegt.

Lass uns in deinem Licht barmherzig werden,

mit uns selber zuerst

und aus dieser Kraftquelle hervorwachsend

mit unseren Mitmenschen

und dieser ganzen gequälten Schöpfung.

Passionsandacht

Christus, unser Bruder und HERR;

deinen Weg hast du selbst gewählt,

hast gewusst, wohin er dich führen

und was auf dich zu nehmen

er von dir fordern würde.

Eben noch haben sie dir Zweige hingestreut

und enthusiastisch ihr Hosianna

entgegen gejohlt;

bald schon aber

werden sie ihre Hälse wenden,

enttäuscht und empört,

dass ihr Weg nicht dein Weg ist,

ihre Wünsche nicht das, was der Himmel will

und geschehen muss, damit ihnen

wirklich geholfen wird.

Christus, unser Heiland,

um der Elenden willen gehst du deinen Weg.

Um der Gescheiterten willen

wirst du zur Schande.

Um der Schwachen willen wirst du ein Nichts.

Um des Lebens willen gehst du in den Tod.

„Niemand hat größere Liebe als die,

dass er sein Leben lässt für seine Freunde.“

„Wir“ deine Freunde, HERR;

„wir“ Bewohner deines göttlichen Herzens?

Unser Leben dein Tod,

dein Tod unser Leben?

HERR, erbarme dich unser!

"Gelobt sei, der da kommt im Namen des HERRN!"

Karwoche

Gott, du Licht der Welt, es ist so schwer,

gut und böse zu unterscheiden.

Ich bemühe mich täglich.

Wie oft erlebe ich,

dass man die Schuldigen kaum

oder auch gar nicht unterscheiden kann

von den Unschuldigen.

Wer Böses tut, braucht nicht böse zu sein,

wer Gutes tut, nicht gut.

Wer kennt deinen Willen?

Wer hilft uns, zu unterscheiden

zwischen deinem Willen

und dem unseren?

Wer hilft uns, uns selber zu verstehen –

zu begreifen, was in uns vorgeht

und unseren sprichwörtlichen „Bauch“ bestimmt,

obgleich unser Verstand

doch etwas ganz Anderes möchte?

Edel möchten wir sein, HERR, und gut,

Salz der Erde und Licht der Welt –

wie du selber, unser Vorbild – Jesus!

Aber dann holt uns wieder und wieder

die Realität unseres Lebens ein:

Klein ist unser Glaube

und oft kleinlich, wie wir handeln;

groß hingegen unser Eigen-Stolz,

und noch größer der Neid auf die Anderen,

von denen wir oft glauben,

dass sie es leichter und besser haben.

Dass du dich für uns interessierst, Gott,

unbegreiflich; dass du dich klein machst,

um unser Kleinsein kennenzulernen

und zu erlösen – wer mag so etwas fassen können?

Deine Liebe, HERR, berührt uns;

deine Barmherzigkeit wärmt uns

und deine Großzügigkeit beschämt uns.

Aber du weißt, dass DU handeln musst,

wenn etwas werden soll,

das Wert und Bestand hat:

Erlösung – Erlösung deiner Welt

und darum auch für uns.

Eingangsgebet in der Passionszeit

Christus, unser Bruder und HERR,

dein Weg ist gerade,

wenn es um die Wahrheit geht,

aber voller Kurven und Umwege,

wenn es um uns geht, deine Freude.

Um die Wahrheit machst du keinen Bogen,

um uns zu suchen und zu finden aber viele.  

Umwege sind es „für mich“ gar nicht,

würdest du uns vielleicht sogar korrigieren,

sondern Wege der Liebe, ohne die

„euch“ nicht geholfen werden könnte.

Immer neu staunen wir über dich, Christus,

wenn wir den Weg in dein Leiden und Sterben

nachzeichnen und bedenken: Du gingst ihn

in einer Geradlinigkeit,

die nicht nach Auswegen schielte

und immun war gegen verführerische Angebote,

das nahende Leiden einzutauschen

gegen menschliche Macht –

verliehen von denen,

die dich vor ihren Karren spannen wollten.

Lass uns von dir lernen,

Gott mehr zu gehorchen als den Menschen;

lass uns, wie du, fragen, was Gott will,

und dabei unterscheiden lernen

zwischen unseren Wünschen und Gottes Wegen,

zwischen unseren oft fromm klingenden Plänchen

und deinem großen Plan mit deiner Welt.

Danke, himmlischer HERR,

dass du auch heute nach uns suchst.

Finde uns und finde Eingang

in unsere oft harten und verschlossenen Herzen.

Unsere Seelen taue auf, dass sie lebendig werden

und fruchtbar für dein Reich, das im Verborgenen

längst wächst und gedeiht.

Konfirmationsjubiläum / Eingangsgebet

Gott, unser himmlischer Vater.

Heute feiern wir…,

feiern dich, unseren Schöpfer und HERRN,

und feiern das Leben – das große Geschenk

aus deiner Hand.

Dass du uns Zeit des Lebens schenkst,

dass du uns auf eine Reise

durch viele Jahre und Jahrzehnte schickst

und wir dabei die Jahreszeiten

eines Menschenlebens durchwandern dürfen –

welch ein Geschenk und Abenteuer zugleich.

Heute halten wir inne, Gott,

gedenken jenes Tages, als wir

als junge Menschen gefragt wurden,

ob wir unser Leben dir anvertrauen,

unsere Maßstäbe und Entscheidungen

an deinem Wort ausrichten

und unser Vertrauen auf dich

und deine Güte setzen wollen.

Viele Jahre sind seitdem vergangen

und zahllose Weg „wir“ gegangen -

Breite Alleen unter deiner Sonne,

auf denen wir Erfolge feiern

und das Glück umarmen konnten,

aber auch viele beschwerliche Pfade

in unübersichtlichem Gelände,

die uns alle Kräfte abforderten,

die unseres Körpers und die unserer Seele.

Alle Wege haben wir heute bei uns

und alle Erfahrungen in uns –

Gelungenes und Gescheitertes,

Heiles und Verletztes.

Danke, lieber Vater, dass du uns heute

ansiehst mit Augen deiner Barmherzigkeit.

Wir sind hier, rede zu uns und unseren Herzen,

dass wir neue Kraft zum Weitergehen bekommen

und die Gewissheit dazu, dass nichts

und niemand uns aus deiner Vaterhand

herausreißen kann. 

Gebet zu Psalm 25 (Sonntag Okuli)

Nach Dir verlangt mich, Gott; darum komme ich in Dein Haus und vor Dein Angesicht. Mein Leben bringe Dir und meine Seele will ich Deinem Licht hinhalten. Die neue Woche will ich aus deinen Händen empfangen und die vergangene und alles, was zu ihr gehört, bei dir bergen.

An Deine Barmherzigkeit sollst Du denken, Gott, wenn du auf das siehst, was ich getan oder unterlassen habe, was gelungen und was gescheitert ist. Was sollte aus mir werden, wenn Deine Wege mit mit mir nicht lauter Güte und Treue wären, und was aus unserer Welt, wenn Du nicht unentwegt schützen und lenken, verhindern und leiten würdest? 

Meine Augen sollen stets auf Dich sehen, HERR, damit ich den Mut nicht verliere und von Dir lerne. Meine Ohren will ich weit aufmachen, wenn Du redest und ich dabei lerne, wie viel gnädiger Dein Reden ist als das Gerede dieser Welt. Meine Hände will ich dir entgegen strecken, offen und leer, damit Du sie füllst mit dem was ich wirklich brauche.

Welch ein Geschenk ist es, Gott, zu Dir mit leeren Händen kommen zu dürfen. Ich komme heute in Dein Haus und vor Dein Angesicht, heute und immer wieder; ich danke dir, dass auch viele andere kommen und ihre leeren Hände Dir hinhalten – und "wir" eben dabei eine Gemeinde werden, Schwestern und Brüder, die begreifen, dass Du uns so gerne gibst und vergibst, weil wir Kinder Deines Herzens sind.

Gebet zu Johannes 15, 13

„Niemand hat größere Liebe als die,

dass er sein Leben lässt für seine Freunde“, hast du gesagt,

und dann bist du den Weg gegangen, HERR,

der dich das Leben gekostet hat.

Hirten braucht unsere Welt – einen wie dich, Jesus,

der für seine Überzeugungen einsteht,

auch wenn es teuer für ihn wird.

Du hast nicht zurückgezogen, nicht widerrufen,

bist nicht ausgewichen deinen Verklägern

mit Floskeln und leeren Phrasen,

sondern hast widerstanden der Versuchung,

am Ende dein Leben gegen die Wahrheit einzutauschen.

Von deinem Mut leben wir, HERR,

davon, dass du das Leiden nicht mehr gescheut hast

als die Preisgabe der Wahrheit: Dass Gott

der Gott des Lebens ist, hast du bezeugt,

der Vater der Liebe – ohne Wenn und Aber.

Lass uns von dir lernen, Christus,

den Glauben, den du vorgelebt hast:

Die Liebe zur Welt, die sich allem Leiden entgegenstellt;

lass uns dir nachfolgen, HERR,

in deinen Spuren gehen, damit die Liebe eine Stimme erhält

und Widerspruch laut wird überall,

wo Hass gesät und Gewalt gepredigt wird,

wo Menschen ausgegrenzt und stigmatisiert werden

und wo Strukturen der Ungerechtigkeit nicht mehr hinterfragt werden.

Mache uns zum Salz der Erde

und zum Licht der Welt.

Gebet zu Psalm 91: "Unter Fittichen und Flügeln"

Wie ich mich oftmals sehne, Gott,

unter Flügeln Schutz zu finden

und unter Fittichen Geborgenheit.

Wie oft erlebe ich das Gegenteil:

Im Alltag ausgesetzt Menschen,

deren Erwartungen ich genügen,

deren Messlatten ich standhalten,

und deren Zeitplan ich einhalten muss.

Wie ich mich sehne, Gott, nach Flügeln über mir,

die mich auch einmal in Schutz nehmen

vor einer Gesellschaft im Dauerlauf

mit ihren so ambitionierten Zeitvorgaben

und nicht selten gnadenlos

hohen Leistungs- und Qualitätserwartungen.

Ich aber bin ein Mensch, Gott,

Mensch aus deiner Hand –

du kennst mich, weißt um meine

Gaben und Möglichkeiten genauso

wie um meine Grenzen.

Gott, ich brauche dich,

sehne mich nach dir

und deinen ausgebreiteten Flügeln:

Nimm mich unter deine mütterlichen Fittiche,

wenn die Angst nach mir greift

und die Herausforderungen

meines Lebens mich erschrecken;

lass mich neue Kraft sammeln

unter deinen starken Vater-Flügeln,

die in mir die Lust wecken,

selber wieder aufzufahren

mit Flügeln wie Adler –

gehalten und getragen von dir, Gott,

der du mir Vater und Mutter bist:

Fittiche, die wärmen,

und Flügel, die lebenstüchtig machen.

Eingangsgebet zum Wochenspruch Hebräer 3,15

Gott, „deine Stimme“

und unsere oft so „verstockten Herzen“ –

mit dem Herzen müssten wir hören,

um dich zu vernehmen, und hören

meist doch nur mit unseren Ohren…

Schallwellen, Worte und Sätze,

längst Bekanntes und hundert Mal Gehörtes,

das wir „dein Wort“ nennen.

 

Gott, „dein Wort“

hat keine verändernde Kraft, wenn wir

in ihm nicht „deine Stimme“ vernehmen.

Was aber ist „deine Stimme“

und was „dein Wort“

im dicken heiligen Buch,

das wir auch „Wort Gottes“ zu nennen pflegen?

 

Gott, wenn wir heute

Worte aus „deinem Wort“ hören,

dann lass uns nicht nur hören,

was wir immer schon gehört haben,

und darum hinhören höchsten noch

mit einem Ohr oder gar ganz

auf Durchzug schalten,

weil wir glauben, längst zu wissen,

was „dein Wort“ sagt.

 

Heiliger Geist,

der du alles durchwirkst

mit deiner Kraft und Stärke

und Zugang hast zu allen Herzen:

Überwinde uns mit

deiner Liebe und Zärtlichkeit;

lass tauen die Eisblöcke,

die sich vor unseren Herzen auftürmen,

und hilf einstürzen die Mauern,

die unsere Angst vor der Tür

in unser Innerstes aufgerichtet hat.

 

Dreieiniger Gott,

Vater, Sohn und Heiligern Geist:

Dein Wort der Liebe

will in unsere Herzen,

um uns zu helfen;

dein Wort der Barmherzigkeit

will in unsere Herzen,

damit wir Erbarmen mit uns selber wagen.

 

Höre uns, wenn unsere Herzen sich öffnen

und dich hören… und dir antworten

in Bitte und Fürbitte, Dank und Anbetung.

Gebet zu Psalm 43

Schaffe mir Recht, rufe ich zu dir, Gott, und du hörst mein Rufen und weißt doch, wie beschränkt und einseitig meine Sicht dabei oft ist. Dass mein Recht beschnitten wird, ich verletzt und gekränkt, das erlebe ich in mir als Aufruhr; dass aber auch ich anderer Recht manchmal beschneide und ihre Gefühle oftmals verletze, entgeht mir nicht selten, nehme ich nicht wahr oder halte es für zumutbar, weil ich so viel mit mir selber zu tun habe – mit meinen Gefühlen und Blickwinkeln, meinen Sichtweisen, Sehnsüchten und Bedürfnissen.   

Gott, Vater, schaffe mir Recht – jenes Recht, das zurechtbringt und mich aufrichtet; als Aufgerichteter und aufrecht Gehender lass mich dann meinen Schwestern und Brüdern begegnen, so dass ich in ihre Augen schauen und dabei erkennen kann, was sie brauchen und wonach sie sich sehnen: Verständnis und Geduld, Nachsicht und barmherzige Liebe.

Christus, unser HERR: Schaffe uns Recht, damit wir miteinander heilsam in dieser aufgewühlten und verletzten Welt wirken können.

Höre uns, guter Gott, wenn wir miteinander und füreinander in der Stille weiter beten.

Stilles Gebet

Fürbittengebet

Ewiger Schöpfer und zugleich naher HERR. Deine Liebe hast du uns heute neu zugesagt und im Reden deines Geistes eine Ahnung in unser Herz gelegt, wie zärtlich du uns zugewandt bist. Wie ein Liebender suchst du uns täglich, rufst uns und wartest auf die Antwort des Geliebten. Vertrauen soll unsere Antwort sein und nicht Opfer, Lobpreis unseres Herzens und nicht religiöse Leistung, unverfälschter Dank und nicht unentwegte Selbstrechtfertigung. Das Einfache ist es, was uns dir nahe bringt, das Kindliche: Abba dürfen wir zu dir sagen, Papa und Mama, von denen das Kind Nahrung und Schutz, Geborgenheit und Wahrheit erwartet und darauf vertrauen kann, dass es unverlierbarer Teil des Elternherzens ist. Danke, großer Gott, dass du nicht zu groß bist, um dich uns in unserer kleinen Welt und den Bildern unseres Lebens zu erklären und verstehbar zu machen.

Wir bitten dich, Gott, für den Frieden in der Welt: In Aufruhr sind viele Regionen, getrieben von materieller Ungerechtigkeit, alten Vorurteilen und nicht selten unzureichender Bildung. Wehre den Hetzern und Scharfmachern, wehre den großen Vereinfachern und getarnten Volkstribunen. Deinen Geist des Friedens lass wachsen, indem die vielen Getauften hinfinden zum Grund des Evangeliums – zu Dir, unserem HERRN und Heiland Jesus Christus.

Eingangsgebet

Gott, du drängst dich nicht auf,

obschon mir jeder Augenblick von dir geschenkt ist.

Du dringst nicht auf mich ein,

obschon jede Zelle meines Körpers

von deinem Lebensgeist durchdrungen ist

und jeder Atemzug meines Lebens

von dir ausgeht.

Du redest nicht auf mich ein,

obschon mein Leben damit begann,

als du einst geredet

und dabei  meinen Namen ausgesprochen hast,

und mein Leben seitdem lebenswert ist,

weil du mir unablässig zuflüsterst:

Ich habe dich je und je geliebt!

Nicht drängen und eindringen ist deine Art,

du HERR allen Lebens, nicht einreden auf

und überreden Menschen -

was du willst, ist gefunden zu werden;

darum hast du dich ein wenig verborgen,

so dass wir dich suchen müssen.

Begehrt willst du werden, Gott,

einem Liebenden gleich,

der sich nicht sogleich verschleudert

ganz und gar, sondern begehrt und erträumt,

erhofft und herbeigesehnt werden will.

Gott, du willst gefunden werden,

gesucht und gefunden –

damit das Kind deiner Liebe

zur Quelle zurück findet,

zum Vater der Liebe,

der das Wesen einer unbestechlichen Mutter hat.

Lass uns nicht versäumen,

dich zu suchen, Gott –

mit wachem Geist und neuen Fragen,

ohne Scheuklappen und ideologische Brillen,

damit die Langeweile des ewig Gleichen,

aber oft Leblosen, endlich enden kann

und sich ein neuer Raum in uns auftut,

den dein Geist mit Leben erfüllen wird.

Rede zu uns, du Ewiger und Heiliger,

du Freund unseres Lebens und Heiland der Welt,

und höre uns, wenn (jetzt) in der Stille

miteinander und füreinander beten.

Stilles Gebet

Weihnachten - zu Psalm 96 (II)

Ein neues Lied hat mit dir zu singen begonnen, du Kind der Weihnacht, der du schon den Erdkreis gegründet hast: Wie schwer nur will unser Verstand begreifen, HERR, dass das Kind in Not und Armut und der allmächtige Gott eines Wesens sind, getrieben von glühender Liebe zur Welt und in deinem göttlichen Herzen jeden Augenblick bewegt von brennender Sehnsucht nach uns, dem Werk deiner Hände, Geschöpfe, geboren aus unergründlicher göttlicher Begeisterung. Und nun bist du selber geboren worden, du Ewiger, hast dich unterworfen Zeit und Vergänglichkeit, hast dich entäußert – abgelegt deine Macht und angelegt unsere Ohnmacht. Du willst uns nahe sein und weißt, dass wir einen Starken brauchen, der uns nahe ist, wenn wir ratlos sind, schuldig werden, mit Leid und Leiden zu kämpfen haben und uns sehnen nach einem, der unsere Schwachheit tragen hilft, Rat weiß in unserem Dahintreiben und uns aufrichtet, indem er uns richtet.

Du Kind der Weihnacht, auf den Erlöser warten wir, und nun bist du gekommen. Und wir fangen an zu begreifen: Du bist anders als religiöse Fantasien und theologische Systeme Gott erwarten. Wo wir Größe erwarten, wirst du klein, wo wir auf Macht setzen, heilst du durch Ohnmacht, wo wir an uns verzweifeln wollen, flüsterst du uns von der Krippe her zu: "Auch du...! wirst gesehen, auch dir wird geholfen... Sei geduldig mit dir und geduldig mit Gott, denn das Kind der Weihnacht muss wachsen und groß werden, bis es einst die ganze Welt in seine Arme nehmen kann... und also auch dich!" 

Weihnachten - zu Psalm 96

Ein neues Lied zu singen machst du uns Mut, guter Gott, ein neues Lied, das wir nicht erst erdenken und selber komponieren müssten; denn von Bethlehem her erklingt es längst, angestimmt von den Engeln, die dort singen, wo es keiner erwartet, und den vielen gute Nachricht bringen, die darauf zu hoffen längst aufgegeben hatten. Licht denen, die im Finstern wohnen müssen, Freude dort, wo das Leben Tristesse verordnet, Hoffnung für alle, die sich vergessen wähnen. In Dein neues Lied einzustimmen lädst du uns ein, ewiger Gott, anstatt nur weiter zu singen unsere alten Lieder, die so oft hinaus plärren unseren Selbstruhm, unsere Selbstgerechtigkeit, unser Selbstmitleid, unsere Ratlosigkeit. Lass uns im Licht der Weihnacht das „Selbst“ hintanstellen lernen und vom Selbstruhm zu deinem Ruhm, von der Selbstgerechtigkeit zu deinen Recht und vom Selbstmitleid zum Mitleiden an deiner geliebten Welt finden. Die Welt wartet darauf, du Heiland der Welt, dass, die deine Geburt preisen,die Dunkelheit der Welt nicht scheuen, nicht beschimpfen oder schön reden, nicht wegdiskutieren oder „selber schuld“ blöken, sondern selber dort neu geboren werden, wo Finsternis regiert. Lass uns selber Licht werden, Gott, Licht in deinem Licht – und einstimmen in dein neues Lied: Euch ist heute der Heiland geboren!

Bitten und Danken

Himmlischer Vater, wie viel haben wir meist zu bitten und wie leicht gehen uns unsere Wünsche und nicht selten Klagen über die Lippen. Und wir dürfen bitten, sollen sogar fleißig bitten – denn du sagst: „Bittet so wird euch gegeben“ und versprichst uns: „Rufe mich an in der Not, so will ich dich erretten“. Aber auch der Dank soll nicht fehlen, denn wie viel verdanken wir nicht uns selber. Dass wir leben dürfen und mit Kraft ausgestattet sind, dass wir Gaben bekommen haben und Menschen an unserer Seite, die wir lieben und die uns lieben, dass wir in einem Land leben dürfen, in dem Wohlstand da ist und Rechtssicherheit herrscht, und dass wir Nahrung und Kleidung in Hülle und Fülle genießen können – nichts davon verdanken wir einfach uns selber, sondern letztendlich dir, Gott, der du uns ins Leben gestellt und mit Zeit des Lebens beschenkt hast. Wie viel hätten wir zu danken, guter Gott, und nehmen das Meiste doch selbstverständlich und nicht selten gedankenlos hin, können sogar klagen und mürrisch werden inmitten allgegenwärtiger Fülle. Gott, lass uns heute Morgen neu sensibel werden für deine Großzügigkeit und darüber zum Danken finden. Danke, du HERR unseres Lebens und dieser wunderbaren Schöpfung, dass du uns begleitest, beschirmst und oftmals trägst, ohne dass wir es wissen. Danke, du HERR meines Lebens, dass ich von dir weiß und in deiner Obhut geborgen leben darf.

Eingangsgebet

Ganz nahe bist du uns, liebender Gott; du kennst unsere Namen, siehst unser Gesicht und weißt, welche Gedanken und Gefühlen hinter unseren Augen wohnen. Es ist dir nicht verborgen, nichts gleichgültig, was uns bewegt. Dass unser Leben gelingt, ist deine Sorge, dass Freude immer neu in unser Leben kommt und Schuld vergeben wird, dein Wollen und Schenken. Darum wagen wir, uns vor dir zu öffnen, du Geist der Wahrheit: Hier bin ich. Ich halte mich dir hin. Stärke mich. Gib mir neue Kraft und Ausrichtung. Mut lass mir zuwachsen, zu tun, was notwendig ist und zu wollen, was helfen kann – auch wenn es unbequem ist. Und nun höre das Reden meines Herzens, HERR, das Reden deiner Gemeinde in der Stille.

Eingangsgebet (im Anschluss an Psalm 84)

Zuhause bin ich bei Dir, guter Gott; Burg bist du mir und Schild, unablässig sprudelnder Quellgrund und Nest der Geborgenheit. Was mein Leben braucht, gibst du mir, finde ich in deiner Gemeinschaft. Brot reichst du mir, damit ich meine eigenen Kraftquellen nutzen kann, und Wein, dass ich bei aller Arbeit und Pflicht die Freude nicht verliere und die Schönheit des Lebens nicht mehr angemessen wahrnehme und am Ende gar der Dank zu kurz kommt – der Dank an dich, du HERR des Lebens. Ein Wort hast du für mich jedenTag, Zuspruch, Ermutigung und Trost und zuweilen auch ein Fragezeichen oder Stoppschild, Hilfen, die mich neu ausrichten. Mein Denken, du führst es in die Tiefe; mein Fühlen, du ermunterst mich zur Weite; meine Entscheidungen, du hilfst mir zu prüfen, was gut ist; meine Hoffnung, du führst mich an leere Grab des Ostermorgens und sagst mir: Wo du nur Sackgassen siehst, da eröffnet Gott ganz neue Wege; wo du nur noch Abgestorbenes wähnst, da lässt Gott schon das Neue und Unvergängliche keimen und wachsen und groß  werden. Danke, guter Gott, dass ich bei dir zuhause sein darf und deine Gemeinde die Gemeinschaft der Hoffnung ist, in der viele Heimat und ein Zuhause finden können.

Advent - Eingangsgebet

Gott, bist du es, auf den ich warte? Christus, bist du es, von dem ich etwas erwarte? Warte ich wirklich und erwarte Rat und Trost, Hilfe und Wegweisung für mein Leben  ...von dir, Gott, von außen, von oben? Oder erwarte ich nur ein Fest wie jedes Jahr, gefüllte Wochen und viele Termine, ein bisschen Glanz und schöne Musik und ein Weihnachten in Harmonie? Gott, der du einst gekommen bist – werde lebendig in mir, rede mit meinem Herzen und nimm Wohnung in meinen Gedanken und Maßstäben; berühre meine Seele und finde mich, wo ich mich eingerichtet habe in jenen vagen Erwartungen und dürren Hoffnungen, die ich mir selber und irgendwann vielleicht erfüllen zu können glaube. Christus, der du auch heute kommst, finde uns, bevor wir uns abfinden mit dem, was wir für die Realität halten; finde uns und belebe uns, damit wir Salz der Erde und Licht der Welt werden können – Zeugen deines Kommens damals und heute wieder und immer neu, wo der Advent mehr ist als nur ein Datum im Jahreskreis. 

Eingangsgebet

 

Gott, du Geist der Wahrheit und Versöhnung. Unter den vielen Stimmen, die wir hören, wo ist deine Stimme? Unter den vielen Bildern, die wir sehen - worin blickst du uns an? Unter den vielen Wegen, die wir gehen - auf welchen begegnest du uns? In deinen Geboten hast du uns wissen lassen, was du mit uns vorhast und was du von uns forderst. Hilf uns heute, deine Stimme zu hören: als befreiende Wegweisung, nicht als engstirnige Vorschrift; als hilfreiches Wort, nicht als toter Buchstabe; als wärmender Trost, nicht als herrischer Wille. Darum komm, du Geist der Wahrheit, und ziehe ein in unser Herz, in unsere Gedanken, in unser ganzes Leben. Laß uns nicht an deiner Kraft und an deiner Hilfe vorbeileben, sondern nimm Wohnung in uns, damit wir leben.

Fürbittengebet Volkstrauertag 2015

Himmlischer Vater, du gibst uns dein Wort, mutest uns zu auch ein Wort, das messerscharf schneidet und dabei scheidet in Leben und Tod, Heil und Heillosigkeit, Gefahr und Rettung. Lass uns erkennen, wieviel göttliche Sorge und Liebe auch daraus spricht. Gib uns einen klaren Verstand und ein festes Herz, getrieben von der Liebe zum Menschen und zu allen Mitgeschöpfen. Gib uns Orientierung am Evangelium und ein Koordinatensystem des Denkens und Handelns, das uns immer wieder hilft, Salz der Erde und Licht der Welt zu werden.

Wir bitten dich, HERR, für die Menschen in Paris, die zufällig und unschuldig zwischen die Mühlsteine des Terrors geraten sind, die verletzt sind und beschädigt an Leib und Seele, die trauern um Angehörige und das Geschehen in Verzweiflung gestürzt hat. Schicke ihnen Menschen, die ihnen zu Engeln werden und neues Licht anzuzünden vermögen, wo jetzt die Finsternis regiert.

Wir bitten dich, HERR, für uns selber: Öffne uns Augen, Ohren, Herzen und Verstand, damit wir begreifen, was zu tun ist, um unsere Welt vor dem Zerbrechen zu bewahren. Lass uns dabei auch mit Ehrlichkeit auf unsere eigene Gesellschaft und Lebensweise blicken, damit wir glaubwürdig werden können.

Wir bitten dich, HERR, für unsere Kranken und Leidenden, auch für alle, die ihrem Sterben entgegen sehen: Zeige dich ihnen als Tröster und Helfer; wo Heilung möglich sein soll, da lass Heilung bald schon geschehen. Wo Kraft nötig ist, um den letzten Weg gehen zu können, da gib Kraft und Trost und Menschen, die anderen zu einem Christus werden.

Eingangsgebet

Himmlischer Vater, höre meine Stimme. Zärtlicher Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit, nimm Wohnung in mir – jetzt. Alles Laute in mir, es soll jetzt schweigen vor Dir, dem Heiligen. Meine Freude, ich halte sie Dir dankbar hin. Meine Energie und Lebenskraft, ich spüre sie und bin glücklich darüber. Auch, was mich beschwert, hat jetzt Recht und Raum vor Dir, Gott; denn du willst mir tragen helfen,  abnehmen, was mich belastet, vergeben, was mir Leid tut, heilen, was in mir verletzt ist. Gott, du bist eine Wohltat. Was sollte ich tun, wenn du nicht so großzügig wärst, so ohne Maß liebend, für mich hoffend und auf meine Antwort der Nächsten- und Schöpfungsliebe jeden Tag neu wartend. Danke, guter Gott, dass du auf mich wartest und mir immer neu hinterhergehst, um mich zu finden und auf deinen starken Schultern nach Hause zu tragen.

Eingangsgebet

In unserer Mitte bist du, Gott, unser HERR und Heiland – denn du sagst: Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen. Danke, dass du dich uns zugesagt hast und wir mit dir und vor dir Gemeinschaft haben - hörend und redend, betend und dein Wort des Evangeliums vernehmend. Lass uns dich jetzt spüren, großer Gott, so dass unsere Herzen berührt werden vom Frieden, der von dir ausgeht, von der Freude, die vom Ostermorgen herkommt und uns neu gewiss macht: Euer Leben ist gehalten und aufgehoben in Gottes großem Plan mit seiner Welt und Schöpfung. Nicht ist sinnlos, auch wenn so Vieles euer Begreifen übersteigt und euren erdgebunden Sinnen verborgen bleibt. Gott aber weiß, und Gott sieht und Gott lenkt, steht auf der Brücke seines Weltenschiffes. Lass dir diese Glaubensgewissheit auch inmitten vieler Stürme des Lebens zur Freude und Gelassenheit werden.

Fürbittengebet

HERR Jesus Christus. Du lehrst uns die Nähe Gottes, zeigst uns den Vater, der einer grenzenlos liebevollen Mutter gleicht. Und mehr doch: Du bist die Nähe Gottes, hast dich klein und aufgemacht aus der Ewigkeit in unsere Zeit, bist in unsere Haut geschlüpft und wolltest in unsere Schuhen gehen, um uns nahe zu sein; spüren wolltest du, wie es sich in unserer Haut lebt und wie es sich in unseren Schuhen geht: Wie sie drücken können hier und da, wie es uns jucken kann in unserer Haut, so dass wir aus ihr fahren wollen und nicht selten auch tun. Gott, du willst uns nahe kommen, damit wir uns selber verstehen und annehmen, begreifen und lieben lernen. // Gott, himmlischer HERR: Wir danken dir, dass wir deine geliebte Kinder sind. Wir danken dir, dass du uns Zeit des Lebens schenkst und uns liebe Menschen an die Seite stellst. Wir danken dir, dass wir in einem wunderbaren Land leben dürfen. // Wir bitten dich: Lass uns nicht vergessen die vielen Menschen, die ganz anders leben müssen: Einsam und heimlos, ohne Mittel zum Leben - Lebensmittel und sauberes Wasser. HERR, öffne unsere Herzen für diese notleidende und vor Schmerzen schreiende Welt; stärke unsere Fantasie, die uns Ideen kreieren und Wege erdenken lässt, wie wir helfen und unser Salz des Glaubens in die Suppe der Welt einbringen können. // Wir bitten dich, HERR, für unsere Kranken: Stärke ihren Leib und ihre Seele mit deiner Nähe, mit der Gewissheit, dass es mit ihrem Leben gut wird, wie auch immer die Gesundheit sich entwickeln mag. In deinen Händen bin ich, aus deinen Händen kann ich nicht fallen: Nicht im Leben und nicht im Sterben. Danke, lieber Vater, dass ich in deiner Nähe sein und bleiben darf. 

Eingangsgebet Sichelhenket 2015 / Hintergrund: Flüchtlinge

Gott, du Sonne meines Lebens, unter der mein Leben erblüht, und kühlender Schatten meiner Seele, in dem mein Leben zur Ruhe kommen und neue Kraft tanken kann: Vor dir haben wir uns heute Morgen versammelt, haben die Mauern der Kirche hinter uns gelassen, um dir hier draußen zu danken und zu singen. Mit reichem Segen hast du uns auch in diesem Jahr beschenkt, hast wachsen und reifen lassen in Fülle und Überfülle, was unser Körper braucht und unsere Seele fröhlich macht. Du unbegreiflich großzügiger HERR: Lass uns bei dir lernen und an deiner Großzügigkeit begreifen, dass auch wir unsere Herzen und Hände öffnen sollen, damit in unserer Welt niemand im Schatten stehen oder verhungern oder in Schlepper-Fahrzeugen ersticken muss. Wir gedenken dieser armen Menschen und derer, die sie geboren und in Liebe großgezogen und gehofft haben, dass sie das Glück finden würden.

Fürbittengebet

Du, unser Schöpfer, der in unsere Haut geschlüpft ist und in unseren Schuhen gehen wollte, um zu spüren, wie es seinem geliebten Geschöpf ergeht: Du kennst unser Leben und siehst in unsere Herzen. Du weißt, was uns umtreibt und bestimmt, woraus wir immer wieder Freude und große Kraft beziehen, aber auch, was uns zuweilen lähmt und am Boden hält: Belastendes und Zukunftsängste, wie das und jenes wohl werden und weitergehen wird, Unsicherheit, ob ich dem gewachsen sein werde und im richten Moment die rechten Entscheidungen treffen und den zukunftstauglichen und zugleich gerechten Weg einschlagen werde. Gott, unser HERR, das Leben ist herrlich und schwer zugleich, weites, offenes Land hier und eine nur schwer zu ertragende Sackgasse dort. Hier wie dort, guter Gott, bis du da und bei uns. Schenkst du uns ein großes Glück, so wollen wir es mit beiden Händen ergreifen und uns daran freuen. Lässt du Schweres über uns kommen, so wollen wir darunter nicht verzagen. Denn du gehst mit – durch Freude und Leid... und beide gehören zum Weg eines Menschen hin zu deiner Ewigkeit. Wir bitten dich für alle, die Not leiden – ob krank oder heimatlos, ohne Perspektive oder ausgebrannt: Suche uns, du guter Hirte, und finde uns, egal, wo wir stecken. Und uns, die wir deinen Namen tragen, mache zu „kleinen" Hirten, die in der Spur des großen sich aufmachen, mit zu suchen, was sich verloren hat, mit aufzusuchen, was krank und einsam ist.

Gebet zum Eingang

Gott, mein Schirm bist du und meine Burg. Wie gut ist es, dass der Sonntag mir diese Wirklichkeit neu in Gedächtnis bringt, wo mich der Alltag so viele Erfahrungen des Ausgesetztseins und der Härte machen lässt. Dass du mich siehst, Gott, dass du weißt, womit ich zu tun und oftmals zu ringen habe, dass du auch weißt, wovor ich mich fürchte... es tut so gut, das neu zu erkennen. Danke guter Vater, dass ich dein Kind bin; danke, dass ich nicht alleine durchs Leben gehen muss, sondern dir mein Leben anvertrauen und dich um Rat und Wegweisung bitten darf. Gib mir immer wieder ein Zeichen, Gott, ein kleines wenigstens, dass du da bist, und ich mich anlehnen darf an dir, deine Hand ergreifen, deine Wärme spüren und hören, was du mir zuflüsterst: Ich habe dich je und je geliebt; darum  habe ich dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein, gehörst zu mir in Zeit und Ewigkeit.

Karfreitag: Dank und Fürbitte

An deinem Tisch waren wir Gast, lieber Heiland; du hast uns aufgetragen das Brot der Vergebung und gereicht den Wein der Versöhnung, das Brot neuer Lebenskraft und den Wein neuer Lebensfreude. Lass uns von deinem Tisch gehen als Menschen, die Heilung und Versöhnung auch nach außen leben, die ihre Hand der Versöhnung ausstrecken auch mit dem Risiko, dass sie zurückgestoßen werden könnte, die nicht zurückfallen in alte Bahnen der Unversöhnlichkeit, wenn Freundlichkeit nicht erwidert und neue Gemeinschaft nicht gewährt wird. Lass uns von dir, HERR, lernen die Langmut der Liebe, die allein zuletzt jeden Eisblock der Unversöhnlichkeit tauen wird.

Wir bitten dich, HERR, für unsere heillose Welt und dass wir vor deinem Kreuz erkennen, wo wir selber zur Heillosigkeit beitragen – und seien es die ökonomischen Unrechtsstrukturen unserer Welt, die so viel schlimme Folgen zeitigen.

Begleite uns auf dem Weg nach Ostern, Christus, damit wir die Freude deiner Auferstehung bloß nicht verpassen und wie Menschen weiterleben, die behaupten, es sei dunkel, obwohl sie nur die eigenen Hand auf ihre Augen gelegt haben.

Schuldbekenntnis

Christus, unser HERR: Wir bekennen dir, dass wir Vielen Vieles schuldig geblieben sind und dabei Schuld auf uns geladen haben. Wir haben geredet, wenn wir hätten schweigen sollen, und haben geschwiegen, wenn ein mutiges Wort hätte helfen können. Wir haben weggesehen, wenn wir hätten wach hinsehen müssen, und haben unsere Augen stattdessen oftmals dem Kurzweiligen zugewandt. Wir haben uns dem Neid hingegeben und uns unserer Angst vor dem Zukurzkommen ausgeliefert, obwohl du uns so reichlich und täglich versorgst und mit so vielen Gaben und Möglichkeiten beschenkst. Uns selber haben wir oft nur vertraut und gestarrt auf unsere eigenen kleinen Möglichkeiten, anstatt dem Glauben an dich und dem Vertrauen in dein sorgendes Handeln und helfendes Nahesein Raum zu geben. 

Unser Leben bringen wir vor dich und legen vor dich hin unsere Schuld. Vertrauend auf deine große Barmherzigkeit bitten wir dich: Vergib uns und räume weg, was zwischen dir und uns steht, auch, was zwischen uns und unseren Mitmenschen steht. Vergib uns unsere Schuld, wie  auch wir vergeben unseren Schuldigern.

Ist das auch Ihre Bitte, so stimmen Sie ein in das Kyrie: Kyrie

Konfirmationsjubiläen

Gott, unser himmlischer Vater. Heute feiern wir, feiern dich, unseren Schöpfer und HERRN, und feiern das Leben – das große Geschenk aus deiner Hand. Dass du uns Zeit des Lebens schenkst, dass du uns auf eine Reise durch Jahre und Jahrzehnte schickst und wir dabei die Jahreszeiten eines Menschenlebens durchwandern dürfen – welch ein Geschenk und Abenteuer zugleich. Heute halten wir inne, Gott, gedenken jenes Tages, als wir als junge Menschen gefragt wurden, ob wir unser Leben dir anvertrauen, unsere Maßstäbe und Entscheidungen an deinem Wort ausrichten und unser Vertrauen auf dich und deine Güte setzen wollen. Viele Jahre sind seitdem vergangen, viele Weg wir gegangen und vieles erlebt, das uns erfreut und belastet, aufgebaut und niedergedrückt, glücklich gemacht und zuweilen auch zum Weinen gebracht hat. Alles haben wir heute bei uns, das Leichte und das Schwere, das Heile und das Verletzte und viele, viele Erinnerungen. Danke, lieber Vater, dass du uns heute ansiehst, anblickst mit Augen deiner Liebe und Barmherzigkeit. Wir sind hier, rede zu uns und unseren Herzen, dass wir neue Kraft zum Weitergehen bekommen und die Gewissheit, dass nichts und niemand uns aus deiner Vaterhand herausreißen kann. 

Erntedank

Gott, unser Schöpfer und Vater. Wir leben, weil du gibst. Wir leben, weil auf unseren Äckern etwas wächst und der Boden seine Fruchtbarkeit behalten hat und im scheinbar leblos harten Korn jedes Jahr neu das Leben erwacht. Wir danken dir, dass wir auf deiner Erde leben dürfen und du auch in diesem Jahr auf unser Tun deinen Segen, auf unsere Arbeit dein Gelingenlassen gelegt hast. Korn und Obst, Wein und Gemüse schenkst du uns, und genauso die Früchte unserer Intelligenz und Kreativität, die in Büros gezeichnet und konstruiert und in Fabrikhallen und an Werkbänken gefertigt worden sind. Reich sind wir, guter Gott, reich vor allem dann, wenn wir den Geber hinter der Gabe nicht aus den Augen verlieren. Denn das wird uns helfen, dass wir auch ganz bewusst auf die Verteilung der Güter und Lebensmöglichkeiten in unserer Welt blicken: Auf die Not hier und den Überfluss dort und darauf, dass beides oft in enger Verbindung miteinander steht. Gib uns Augen dafür und Ohren und ein Herz, das nach Gerechtigkeit sucht, wissend, dass nur aus ihr die Frucht des Friedens hervorzuwachsen vermag.

Eingangsgebet

Gott, Quelle des Lebens, erfrische mich. Lass mich heute morgen schmecken dein Wasser des Lebens und auffüllen meinen Vorratstank an Hoffnung und Lebensgewissheit. Du siehst in mein Herz, kennst meine Gedanken, weißt auch, wie es sich lebt in meiner Haut und geht in meinen Lebensschuhen. Du weißt, wieviel Kraft mich mein Alltag kostet und wie oft ich vielen Vieles schuldig bleibe und dabei an ihnen schuldig werde. Gott, Quelle meiner Hoffnung: Komm in meine Ohren und sage meinem Herzen neu, dass ich Kind deiner Liebe bin. Lass mich darauf vertrauen, dass du einen Weg für mich weißt und ich in deinen großen Plan hineingehöre, den du für deine Welt hast. Gott, voller Liebe wie eine Mutter und gut wie ein Vater: Rede zu uns und höre uns, wenn wir dir in der Stille sagen, was wir auf dem Herzen haben, miteinander und füreinander betend: Stilles Gebet

Gebet zum Eingang

HERR Jesus Christus, im ersten Licht der neuen Woche kommen wir in dein Haus, lassen uns einladen vor dein Angesicht und an deinen Tisch. Du weißt, wie viel Kraft uns der Alltag kostet und wie köstlich es ist, dass der Alltag immer wieder endet und uns der Sonntag an deinen Tisch einlädt, wo wir Gast sein dürfen: Gast und nicht Arbeiter, Kind und nicht Knecht. Du willst uns speißen mit deinem Wort der Hoffnung und beschenken mit deinem Mahl der Freude und Vergebung. Nun stehen wir vor dir, unserem Heiland und Freund; was wir aus der vergangenen Woche mitgebracht haben, du weißt es. Welchen Hunger und Lebenshunger wir haben, du siehst es, weil du in Herzen hinein blickst. Und du siehst uns an mit Augen der Barmherzigkeit. Lass uns im Licht deiner Gnade wagen, uns zu öffnen – jetzt – und dir anzuvertrauen, was uns auf dem Herzen liegt. 

Einführung des neuen Konfirmandenjahrgangs

HERR Jesus Christus, 24 junge Menschen unserer Gemeinde haben sich auf den Weg zur Konfirmation gemacht. Lass es ein guter Weg werden, Erfahrungen, die sich lohnen, Zeit, die nicht vertan ist, wertvolle Begegnung, Begegnung vor allem mit dir, dem HERRN unseres Lebens. Lass diese jungen Menschen spüren, wer du bist und wie du bist, wie liebevoll du sie ansiehst und wie treu du sie begleiten willst auf dem Weg ihres Lebens. Lass sie auch begreifen, dass du oft leise redest, schon gar nicht überredest, und doch so sehr auf ihre Antwort wartest – so wie ein Liebender sehnlich auf die Antwort der Geliebten wartet, auf das Ja: Ja, ich will den Weg meines Lebens mit dir gehen, mich dir anvertrauen mit meiner Freude und meiner Energie, mit meinen Fragen und Sorgen, mit allem, was zu mir gehört. Guter Gott. Wir befehlen dir unsere jungen Menschen an. Begleite und trage sie. Und uns Eltern und allen, die für sie Verantwortung übernommen haben, gib Weisheit und Verstand, ihnen das zu sein und zu geben, was sie wirklich brauchen: Liebende, die zuhören und hinhören, sich Zeit nehmen, damit ein Raum für Gespräche überhaupt erst entstehen kann, in dem Fragen des Lebens und Glaubens fruchtbar zur Sprache kommen können.

Erntebitte

Gott, unser Vater und Schöpfer,  auch in diesem Jahr stehen wir vor wogenden Kornfeldern und vollen Ähren, holen aus unseren Gärten Gemüse und Salate und Beeren von den Sträuchern. Verheißungsvoll haben die Weinstöcke ihre Frucht angesetzt, und Tag für Tag können wir zusehen und staunen, wie sich die winzigen Trauben rasch entwickeln. Wir danken dir, gütiger Gott, dass deine Schöpfung trotz alledem, was Menschen ihr schon zugefügt haben, ihre Urkraft nicht verloren hat. Lass uns staunen und erkennen, dass alles, was lebt und webt, auch alles, was in Fabriken und Labors hergestellt wird, nur deshalb da ist und leben und überleben kann, weil der Boden deiner Schöpfung Jahr um Jahr Frucht hervorwachsen lässt. Danke, guter Gott, dass du uns so unbegreiflich treu bist. Lass uns dankbar werden und umkehren von Wegen, die großen Schaden nach sich ziehen werden. Wir bitten dich heute für die anstehende Ernte: Schenke gute Bedingungen, Sonne und Regen zur rechten Zeit. Segne die Menschen und Familien, die die Ernte einbringen. Bewahre sie vor Gefahren und Unfällen und stärke in ihnen das Bewusstsein, dass sie für unsere ganze Gesellschaft eine überaus wichtige Aufgabe und Arbeit tun – uns allen zu Gute und zum Segen.

Pfingstmontag, Kirche im Grünen

Himmlischer Vater, wir danken dir für diesen neuen Tag, dessen Licht uns so wunderbar begrüßt und umhüllt. Das Gewohnte haben wir heute eingetauscht für das Besondere, unsere Kirchenmauern und Einzelgemeinden hinter uns gelassen, um dich an diesem herrlichen Ort zu loben und zu erleben, dass die Gemeinschaft in Christus an keine von Menschen aufgerichteten Grenzen gebunden ist. Christus, unser HERR und Bruder. Du bist der HERR deiner Kirche. Lass uns begreifen, dass deine Kirche quer durch alle menschlichen Kirchen hindurchgeht. Darum lass uns einander als Geschwister im Glauben sehen und das Andere der Anderen nicht als Bedrohung, sondern als Schatz und Herausforderung annehmen. Gott, heiliger Geist, was unsere Seele heute morgen beseelt und bewohnt, legen wir jetzt vor dich hin - deine Barmherzigkeit öffne uns, deine Wahrheit reinige uns, dein zärtlicher Zuspruch heile uns und das Spüren deiner Nähe nehme uns alle Angst vor Menschen.

Jubilate: Gebet zum Eingang

Jubilate! Auferstandener HERR und Heiland, die Freude des Ostermorgens: Ob wir sie noch im Herzen haben? Der Jubel über deinen Sieg: Ob er auch in uns jubelt? Ein Gefühl dafür, dass du da bist auch in meinem Leben: Ob es mir geschenkt ist? Ob es mich trägt? Du weißt es, HERR; du siehst hinter meine Fassade und mitten in mein Herz. Und würdest du nicht ohnehin sehen, was ich „auch“ auf dem Herzen habe, so wollte ich dir meine Seele jetzt aufschließen von Herzen, damit dein Licht der Versöhnung und Heilung hineinscheine. HERR, meine Dunkelheiten – erhelle sie! HERR, meine Versteckenspiel – suche mich und finde mich! HERR, meine innere Härte – erweiche mich mit deiner Barmherzigkeit! HERR, mein ganzes Leben, ich lege es in deine Vaterhände und unter deinen Schutz, wie ein Kücklein sich legt unter die Flügel seiner bergenden Mutter. 

Gebet zum Eingang

Unser Vater im Himmel, sieh auf uns: Hier sind wir - gekommen in dein Haus und vor dein Angesicht an diesem Morgen. Wir danken dir, dass wir leben dürfen, dass wir atmen und uns bewegen können und all das funktioniert, was wir Tag für Tag so selbstverständlich hin- und in Anspruch nehmen. Wir danken dir, dass Menschen an unserer Seite leben, denen wir vertrauen können, die wir lieb haben und die unsere Liebe erwidern. Wir danken dir, dass wir uns nicht täglich sorgen müssen um das, was wir essen und was wir trinken werden. Du hast uns in ein Land hineinwachsen lassen, in dem Fülle und großer Reichtum ist. Lass uns das Danken nicht vergessen, Vater, denn wenn wir zu danken verlernen, werden wir stumpf und träge. Lass uns aber aufmerksam und wach sein, wach auch für dein gutes Wort. Segne uns jetzt in dieser Stunde des Gottesdienstes. Lass dein Wort und deine Kraft in uns einziehen wie eine Speise der Hoffnung, die uns immer neu Mut machen und neu ausrichten kann.

Quasimodogeniti: Fürbitte

Auferstandener Christus, Ostern ist in unseren Ohren: Lieder, Melodien und die Botschaft von der Überwindung des Todes. Von den Ohren zum Herzen aber ist oft ein weiter Weg. Du weißt es. Du kennst uns, siehst, wie wenig uns oft Hoffnung trägt, die über das Materielle hinaus reicht, die Hoffnung, ja Gewissheit, dass wir Getragene sind, von dir geliebte Menschen, deren Leben für mehr als ein paar Jahrzehnte Erdendaseins bestimmt ist. Du schenkst uns Leben, Jahre und Stunden, weil wir hinein gehören in deinen großen Plan, von dem wir allenfalls eine leise Ahnung haben... dein Plan der Liebe: Aus Liebe hast du uns erschaffen und aus Liebe wirst du uns einst neu machen. Wir bitten dich für alle, die in ihrem Leben wenig Liebe erfahren haben oder unter Lieblosigkeit täglich zu leiden haben: Stärke sie, indem sie deine Liebe entdecken und sich davon tragen lassen. Wir bitten dich für alle Kranken, die Angst haben um ihrem Zukunft: Begleite sie auf dem Weg der Geduld und wenn es möglich ist, schenke Gesundheit und Heilung.

Ostersonntag

Wir preisen dich, lebendiger Gott. Du schaffst Licht aus der Dunkelheit. Du lässt Hoffnung wachsen, wo die Verzweiflung nichts mehr erwartet. Du sprichst, und es geschieht. Du schaffst neues Leben, rufst deinen Christus aus dem Grab und zündest ein Licht an, das keine Macht der Welt mehr auslöschen kann. Wir preisen dich, Christus, Du hast dem Tode die Macht genommen und das Leben und unvergängliche Freude ans Licht gebracht. Lass uns einstimmen in den Lobpreis, der am Ostermorgen begann und zum Ziel kommen wird, wenn du dem Tod einst für immer ein Ende machen wirst und mit ihm Not, Leid und Tränen.

Ostersonntag: Fürbittengebet mit Kyrie

Kyrie  Vater im Himmel, du hast ein Licht angezündet, das keine Macht und keine Hölle mehr zum Erlöschen bringen kann. Lass uns auf dieses Licht schauen, wenn die Dunkelheit vieler Erfahrungen wieder nach uns greifen will. So vieles, was uns im Leben begegnet, nagt an uns, nimmt uns Kraft und Hoffnung, Mut und Lebensglück. Verletzungen tragen wir in uns, die uns bestimmen und Unfrieden aus uns herauswachsen lassen. Das Gefühl, zu kurz zu kommen im Leben, macht uns neidisch und zerrt an uns. Gib uns den Mut, unsere Seele vor dir zu öffnen, dir hinzuhalten voller Vertrauen, was in uns nistet und wohnt und uns nicht recht froh werden lässt. Kyrie Auferstandener Christus, unsere Welt steckt in so vielen Sackgassen. Wir haben sie als Menschheit miteinander verursacht. Und auch wir in unserem Land, die heute das Glück haben, in wirtschaftlichen und finanziellen Dingen günstiger dazustehen als viele andere Länder, sind nur Teil des einen und selben ökonomischen Räderwerks. Lass uns das bloß nicht vergessen, HERR, und mit Hochmut auf andere herabsehen und schulmeisterhaft belehren. Der Keim zu neuem Unfrieden ist darin schon gelegt. Wir bitten dich heute besonders für die vielen armen Menschen, die an den Küsten Nordafrikas warten, um auf eine der Nussschalen zu gelangen, die sie ins gelobte Europa bringen soll: Bewahre sie vor dem Tod mitten auf dem Meer. Uns reiche europäische Staaten lass an unsere eigene Geschichte denken und mithelfen, einen Marshallplan der Entwicklung für weite Teile Afrikas zu entwerfen und mitzufinanzieren. Kyrie  Gott, heiliger Geist; wir legen dir besonders unsere Kranken und Leidenden ans Herz. Du weißt, wie sehr Schmerzen an uns Menschen  nagen und wie schwer fehlende Perspektiven zu ertragen sind.Wir bitten dich: Gib Kraft, das Schwere zu ertragen, und wo immer möglich, lass Heilung geschehen. Wir bitten dich auch für die Eltern der ertrunkenen Kinder in Südkorera: Lass sie in ihrem Herzeleid nicht ertrinken und untergehen, sondern wieder zurückfinden ins Leben. Lass heilen, was nun tief verletzt ist, und wieder gesund werden, was der Tod in Not und Seelenkrankheit gestürzt hat.

Passionsandacht

Gott, der du uns Vater und Mutter bist, dich preisen wir, du bist der Morgen und der Abend, der Anfang und das Ende der Zeit. Wir gedenken in dieser Woche deiner Passion, deines Weges in Leiden, Sterben und Tod. Du hast einen Weg auf dich genommen, vor dem wir uns scheuen, dem wir ausweichen und darum viele Kompromisse machen. Vieles nehmen wir uns vor, aber nur weniges halten wir durch. Unsere Worte sind oft stark und vielversprechend, unsere Taten dagegen nicht selten kläglich und ernüchternd. So gehen wir den Weg des Petrus, erleiden unsere eigenen Niederlagen. Aber du sagst uns: Bleibe nicht dabei stehen, starre nicht auf deine Niederlagen, die dich lähmen wollen; sieh auf mich, den Christus, der seinen Weg geht für dich, du Mensch mit all deiner Angst, mit all deinem Wollen und doch nicht Vermögen, mit all deiner Halbheit, die so sehr nach Vollkommenheit verlangt.Christus, unser Retter, lass uns bei dir lernen, neu lernen in dieser Woche des Gedenkens, damit wir froh werden können und uns lieben und annehmen können mit allem, was zu uns gehört, und wachsen in der Liebe und in der Barmherzigkeit.

Eingangsgebet Palmsonntag

HERR Jesus Christus, am Anfang der Woche stehen wir, in der wir deines Leidens und Sterbens gedenken. Schwer verdaulich ist, was wir hören, schwer verständlich der Weg, den du gehst und für deine Welt gewählt hast. Aber vielleicht hält gerade das schwer Verständliche und schwer Verdauliche für uns den Schatz bereit, das schwer Verständliche und alles andere als leicht Verdauliche unseres eigenen Lebens in deiner Geschichte geborgen und aufgehoben zu wissen. HERR, du weißt, was wir mitgebracht und heute morgen auf dem Herzen haben. Du weißt auch, wie wenig wir gefeit sind, uns der Logik unserer Welt von Hass und Vergeltung, Lohn und Strafe, oben und unten zu entziehen. Und dabei bräuchte unsere Welt doch so sehr das andere, deine Stimme der Liebe und der Gnade, eine Welt der Gnade, eine Gesellschaft der Barmherzigkeit, ein Europa, das nicht Zäune baut, sondern seinen Reichtum  und seine Erfahrung zum Segen und zur Entwicklung derer in Not und Armut werden lassen möchte. HERR, rede zu uns, zu unseren Herzen, damit wir zum Salz der Erde werden können; und höre uns jetzt, wenn wir dir in der Stille sagen, was wir auf dem Herzen haben, miteinander und füreinander betend.

Eingangsgebet an einem Frühlingssonntag

Gott, wie die Frühlingssonne die Erde wärmt und zum Leben erweckt, so sei du jetzt die Sonne unserer Seele: Zum Leben erwecke, was in unseren Herzen noch kalt und starr und leblos ist; zur Blüte lass kommen, was in uns schlummert und zur Frucht an unserem Lebensbaum werden will. Hinhalten wollen wir uns dir, du zärtlicher Gott, hinhalten unser Leben deiner Liebe und Barmherzigkeit, damit Liebe und Barmherzigkeit auch reichlich von uns ausgehen kann. Du bist die Sonne, von der das Licht ausgeht, du die Quelle, aus der uns Mut und Hoffnung zufließen. Rede jetzt zu unseren Herzen, HERR, wir wollen hören, lauschen, was dein heiliger Geist so heilsam in unseren Seelenboden einsäen möchte. Rede du und höre uns, wenn wir dir in der Stille sagen, was uns heute Morgen besonders beschäftigt. (Stilles Gebet)

Konfirmationsjubiläum

Himmlischer Vater, 50, 60 oder 70 Jahre sind vergangen, seitdem damals 14jährige Jungen und Mädchen hier in deinem Haus ihr Ja zu einem Leben mit dir gesprochen haben. Viel Zeit ist seitdem vergangen, viele Wege liegen dazwischen, Entscheidungen - gute und weniger gute, Beziehungen, die gewachsen und gediehen sind und andere, die von weniger Erfolg gekrönt waren… all das gehört zu unserem Leben, HERR, du weißt es, siehst es und es bewegt dein Vaterherz. Denn du sagst uns: Ich weiß wohl, was ich für Gedanken über euch habe: Gedanken des Friedens und nicht des Leides, dass ich euch gebe Zukunft und Hoffnung. Danke, guter Vater, dass du unser Leben mit Augen der Güte anschaust und eben deine Güte uns immer neu Mut machen möchte, uns vor dir zu öffnen, zu dir zu kommen und mit dir  zu leben… ganz persönlich. Und nun segne unseren Festtag heute; lass uns Freude aneinander haben und wieder neu empfinden, wie gut es ist, miteinander auf dem Wege zu sein. Behüte uns auch auf unseren kommenden Wegen und schenke uns gute und erfüllte Jahre.

Zum Eingang

Gott, Quelle des Lebens, Quelle auch unseres Lebens, wir sehnen uns nach Worten, denen wir glauben können, die unserem Leben Orientierung geben. Rede Du zu uns Worte der Wahrheit. Oft sind wir verwirrt und wissen nicht mehr, was gut ist und was nur gut gemeint, was wir glauben, dass wir dringend bräuchten, und was wir wirklich brauchen. Lass uns dich hören, guter Gott, zieh uns ins Gespräch mit dir, damit wir erkennen können, worauf es in unserem Leben ankommt.

Zum Eingang

Gott, Quelle des Lebens, Quelle auch unseres Lebens, wir sehnen uns nach Worten, denen wir glauben können, die unserem Leben Orientierung geben. Rede Du zu uns Worte der Wahrheit. Oft sind wir verwirrt und wissen nicht mehr, was gut ist und was nur gut gemeint, was wir glauben, dass wir dringend bräuchten, und was wir wirklich brauchen. Lass uns dich hören, guter Gott, zieh uns ins Gespräch mit dir, damit wir erkennen können, worauf es in unserem Leben ankommt.

Einsetzung des neuen Kirchengemeinderats

Christus, unser Bruder und HERR, Du rufst Menschen in deinen Dienst und berufst sie in deine Nachfolge. Seit 2000 Jahren hören Menschen deinen Ruf und reichen weiter das Leuchtfeuer des Glaubens an dich, den Auferstandenen. Wir danken dir, HERR, dass du auch in unserer Gemeinde in Großaspach wirkst und Frauen, Männer, Jugendliche und Kinder mit deinem Evangelium berührst. Deinen Samen der Hoffnung säst du in uns ein und legst die Freude des Glaubens in unsere Herzen. Wir danken dir, HERR, dass du nicht aufhörst, uns zu rufen und zu suchen und immer wieder anzustecken mit der Begeisterung des Ostermorgens.Wir bitten dich für die Frauen und Männer unseres Kirchengemeinderats: Lass sie ihr Amt mit Freude angehen und ihre Gaben und Fähigkeiten zum Segen unserer ganzen Gemeinde werden. Wir bitten dich für die Vielen, die zu unserer Gemeinde gehören, dass sie die Arbeit unseres Kirchengemeinderats mit ihrer Fürbitte begleiten und nach Kräften und mit Engagement das Leitungsgremium unserer Gemeinde unterstützen und fördern. Wir bitten dich heute auch für unsere Kirchenleitung: Für unseren Bischof, unseren Prälaten und Dekan, für die Verwaltung des Oberkirchenrats und die Abgeordneten unserer Landessynode – gib ihnen Weisheit in ihren Entscheidungen und einen klaren Blick für die Realitäten auch jenseits der auch bei Kirche nicht zu vermeidenden Formen von Betriebsblindheit. Gib ihnen Mut zur Wahrheit und wenig Neigung zu fromm klingender Beschönigung – damit deine Kirche, HERR Jesus Christus, Salz der Erde und Licht der Welt sein kann.

Jahreswechsel

Gott, unser Schöpfer und Vater. Wie gut ist es, unter dem Schatten deiner Flügel leben zu dürfen, darauf vertrauen zu können, dass unser Leben gehalten ist, getragen und gehalten... und nicht ein Staubkorn des Zufalls, das ins beliebige Nichts geworfen ist. Du hast einen Weg für uns und ein Wort und immer wieder Brot und Wein zur Stärkung auf der Reise unseres Lebens. HERR Jesus Christus, Erlöser und Heiland. Du bist gekommen, um uns den Vater zu zeigen, der so anders ist, als Menschen sich das vorzustellen pflegen, was sie dann Gott nennen. Du sagst uns: „Gott weiß“ (Mt 6,32) ... wie tröstlich und frohmachend, dass mein kleines Leben vor Gott steht, wichtig ist und ich gewürdigt, von Gott angeredet zu werden. Lass uns in diesem Wissen leben lernen, vertrauend und eben daraus heil werdend. Du Geist der Wahrheit. Öffne uns für dein heilmachendes Reden. Lass uns lernen, uns selber so anzunehmen, wie der Vater uns angenommen hat – uns zugute. Lass uns nicht im Tiefsten unfroh dahinleben müssen, weil wir uns selber der unbarmherzigste Richter sind. Mit Augen der Liebe siehst du uns an, Liebe, die verändert, Wärme, die das Gefrorene taut und Licht bringt ins  Dunkle, damit unser Seelenpflänzchen aufatmen und wachsen kann – hin zu dir. 

Jahreswechsel

Du ewiger Gott, Anfang, Mitte und Ende liegen in deinen Händen. Vom alten Jahr nehmen wir heute Abschied. Wir danken dir für alles, was wir Gutes von dir empfangen haben, Nahrung und Kleidung, Liebe und Geborgenheit, Menschen, die mit uns durchs Leben gehen, unsere Gaben und unsere Aufgaben. Auch Schweres hast Du Menschen in diesem Jahr zugemutet: Krankheit, Leiden und Sterben, Hergeben- und Loslassenmüssen. Alles legen wir jetzt in deine Hände, himmlischer Vater - auch das scheinbar Sinnlose. Hilf uns, dir anzuvertrauen unser ganzes Leben, Licht und Schatten. Du bist das Licht der Welt. Du vermagst in ein neues und anderes Licht zu tauchen gerade auch unsere Schatten. Auch aus Bruckstücken menschlichen Schaffens vermagst du ein Schönes und Ganzes zu machen. Und darum wollen wir dir jetzt in der Stille anvertrauen, was uns in diesen Stunden des Übergangs besonders am Herzen liegt.

Advent

Du naher ferner Gott, die Zeit drängt. Unsere Seele hetzt von Ort zu Ort. Im Lichtermeer erblinden unsere Augen. Die Ohren werden taub im Getriebe der Straßen, die Herzen hart und die Beine müde. Wir haben keine Zeit zu warten. Wir haben zu tun, Gott. Eben jetzt haben wir eine Menge zu tun, haben keine Zeit für dich. Vielleicht an den Feiertagen oder danach. Gott, nimm uns den gekauften Spaß. Schenke uns stattdessen die Freude der Weihnacht. Die Freude, dass du zu uns kommst und in den Alltag unseres Lebens, du „da“ und wir nicht vergessen und überlassen uns selber. 

Wir bitten dich, HERR, für alle, die in dieser Zeit des Advents und der Weihnacht ihre Einsamkeit besonders spüren: Wir alle können ihnen zu  einem Engel werden, indem wir sie besuchen und beschenken mit dem Wertvollsten, was wir haben: Zeit und Zuneigung. Wir bitten dich, HERR, für alle, die krank sind und mit der Angst der Ungewissheit leben müssen: Schenke ihren Herzen den Mut und die Gewissheit, dass ihr Leben gut werden wird, wie auch immer du sie weiterführen wirst.

Fürbittengebet mit Kyrie

Gott, unser Schöpfer und HERR: Wir bringen vor dich unser Leben. Du kennst uns und siehst uns, siehst auch das Verborgene unseres Herzens. Was gut ist und was böse - in deinem Licht sieht so vieles anders aus als in der Gefangenheit unserer trüben Augen, matten Herzen und vorschnellen Urteile. Vergib uns, wenn wir andere verurteilen, obwohl wir nicht wirklich beurteilen können… und eben darum auch nicht sollen. Du allein bist der Richter der Herzen und wirst richten mit der Barmherzigkeit deines göttlichen Herzens. Lass uns dir vertrauen lernen und unser Leben in allem und mit allem getrost dir in die Hände legen. Wir rufen dich an: Kyrie   HERR Jesus Christus, in unserer Welt ist so viel Härte – harte Herzen, harte Maßstäbe, harte Mauern. Die Härte trennt Menschen in reich und arm, hungrig und übersatt, schwarz und weiß, gläubig und ungläubig… Härte macht Herzen härter und lässt aus ihnen dann noch mehr Härte hervor wachsen. Du, unser Erlöser, zeige uns Wege, diesen Kreislauf zu unterbrechen und aufzubrechen… damit Heilung beginnen kann. Heil sollen werden Herzen und Beziehungen, heil die Wunden, die zwischen Völker geschlagen wurden, heiler die Beziehungen unter den Weltreligionen, heil auch die vielen Verletzungen, die wir unserem Planeten bis heute schon geschlagen haben. HERR Jesus Christus, rühre unser Herz an, damit wir eine Ahnung bekommen, wo wir ganz persönlich beginnen können und anfangen sollen. Wir rufen dich an: Kyrie   Gott, heiliger Geist. Du bist uns verheißen als Kraft aus der Höhe. Jeden Tag neu. Wir sind nicht Waisen, nicht Gottverlassene inmitten einer dunklen Welt, sondern deine Kinder. Wir tragen das Zeichen deiner Taufe. Es sagt uns: Ostern ist geworden und in der Welt, Leben, das über den Tod gesiegt hat, unvergängliches Leben, das einmal das Antlitz der ganzen Schöpfung bestimmen wird – und „du“, der du das Zeichen der Taufe Christi empfangen hast, gehörst dazu, gehörst hinein in diese Gemeinschaft der Hoffnung. Sieh diese Hoffnung an und lass sie zur Kraft deines Herzens werden.  Wir rufen dich an: Kyrie

Buß- und Bettag: Fürbitte für die Welt / Vorbild Abraham

HERR Jesus Christus. Segnend und schützend sind deine Arme unablässig über unserer Welt ausgebreitet. Unsere Augen sehen es nicht, aber die Hoffnungskraft in unserem Innern weiß es, spürt es...  auch im Angesicht der Not, die uns tagtäglich als Bilder und Nachrichten vor Augen kommt. Denn du hast uns erwählt und berufen, dass wir mit dir zusammen in unserer Welt segnend und bewahrend, schützend, tröstend und neu aufrichtend handeln. Not kommt uns vor Augen, damit wir Verantwortung übernehmen, Gefahren, damit wir helfen und das Unsere dazu beitragen, dass sie abgewehrt werden. Lass uns unser Amt erkennen, unsere Aufgabe, mit Abrahahm und mit dir, HERR Jesus Christus, zum Segen dieser Welt zu werden – und lass uns nicht sagen: Was kann ich schon tun? Oder: Warum gerade ich? Sondern lass uns fröhlich widerstehen der Mehrheitsmeinung, dem, was alle tunund sagen... damit das Salz wieder salzt, das Christuslicht scheint und der Sauerteig der Gerechtigkeit und der Liebe in unserer Welt sein Werk tun  kann... klein beginnen sollen wir, und dabei das Große wollen, mutig gehen und dabei wissen, dass ein Größerer mit uns geht.

Welt-Schiff in Not

Himmlischer Vater, wie ein Schiff auf hoher See inmitten gewaltiger Stürme und Bedrohungen erscheint unser Weltenschiff. Wir erschrecken, wir bangen, hoffen und fühlen mit den Menschen, die von Umwälzungen, Katastrophen und über sie hereinbrechenden Schicksalsschlägen getroffen werden und betroffen sind. Und wir sind froh und dankbar, dass wir – ohne eigenen Verdienst - in eine Weltgegend hineingeboren wurden, die so sehr bevorzugt ist: Von Naturkatastrophen meist weit weniger betroffen als viele andere Gegenden, mit materiellen Gütern reich gesegnet und stabile politische Verhältnisse aufweisend. Guter Gott, lass uns dieses Geschenk mit anderen teilen, indem wir helfen, Leid zu lindern und die Stimme zu erheben für eine Welt, die in einem ganz anderen Maß als heute von Gerechtigkeit und der Suche nach materiellem Ausgleich bestimmt sein soll. Denn es sind ja nicht selten die materielle Not und die fehlenden Perspektiven, die so viel Leid und Gewalt mit sich bringen und nach sich ziehen

Ewigkeitssonntag

Unser Leben liegt in deinen Händen, Gott. Wenn wir an unsere Grenzen stoßen, dann gib, dass wir nicht verzagen. Menschen in unserer Mitte haben in diesem Jahr Familienangehörige hergeben müssen: Lebenspartner, Freundinnen und Freunde, liebe Nachbarn oder geschätze Arbeitskollegen. Viele spüren heute das Heimweih nach den Weggegangenen besondes.Du Gott des Lebens, in deiner Hand sind und leben sie. Bei dir sind sie nicht vergessen und werden auch wir einmal nicht vergessen sein. Lass uns diese Gewißheit zu einer stillen Freude werden. Amen.

Ewigkeitssonntag

Gütiger Gott: Täglich nehmen wir Abschied – und doch sind wir ungeübt darin. Es tut uns weh, einen Menschen, mit dem wir verbunden waren, loszulassen. Es fällt uns schwer, anzunehmen, dass wir endlich sind. Wir bitten dich: Gib uns ein Empfinden für die Kostbarkeit der uns geschenkten Zeit – und las uns deine bergende Nähe spüren – in allen Anfängen, in der Mitte und an den Rändern des Lebens. Die Kraft deines Heiligen Geistes stärke uns.

Ewigkeitssonntag

Unser Leben liegt in deinen Händen, Gott. Wenn wir an unsere Grenzen stoßen, dann gib, dass wir nicht verzagen. Menschen in unserer Mitte haben in diesem Jahr Familienangehörige hergeben müssen: Lebenspartner, Freundinnen und Freunde, liebe Nachbarn oder geschätze Arbeitskollegen. Viele spüren heute das Heimweih nach den Weggegangenen besondes.Du Gott des Lebens, in deiner Hand sind und leben sie. Bei dir sind sie nicht vergessen und werden auch wir einmal nicht vergessen sein. Lass uns diese Gewißheit zu einer stillen Freude werden. Amen.

Eingangsgebet

Ein Loblied wollen wir dir singen, liebender Gott, ein Loblied mit unserem Mund, geboren aus unserem Herzen: Du bist da, willst wohnen in unserer Mitte. Dein Wort bewegt uns, deine Nähe berührt uns. Unser Leben halten wir dir hin – so bin ich heute Morgen, lieber Heiland, so schlägt mein Herz, so tickt mein Hirn, du weißt… weißt längst, ob ich jetzt Freude in mir habe oder Trauer oder beides ineinander vermischt und verquickt. Du verstehst, was ich aus der zurückliegenden Woche mitgebracht habe, Erfolge oder Misslingen, Ganzen, Halbes oder in Stücke Gebrochenes. Ich halte es dir jetzt hin, gütiger Gott, weil ich darauf vertraue, dass deine Liebe zu mir nicht abhängt von meiner Leistung oder dem, was ich für Leistung und Gelingen halte. Danke, lieber Vater, dass du mich jetzt unsichtbar in den Arm nimmst und mir ins Ohr flüsterst: Ich bin doch gekommen zu suchen, was verloren ist, zu verarzten, was krank ist… du weiß es doch; darum sage mir jetzt in der Stille, was du auf dem Herzen hast.

Sommersonntag

Gott, unser Schöpfer und Vater. Wir danken dir für diese wunderbaren Sommertage. Am Morgen schon Sonne macht unsere Seele licht. In der Frühe schon Wärme gibt uns ein Gefühl von Leichtigkeit und Freiheit. Das Leben – wir spüren es in diesen Sommertagen anders und intensiver; die Nacht herrscht nicht mehr, sondern wird zum Freund und Ort, um neue Kräfte zu sammeln. Danke, guter Gott, dass wir deine wunderbare Ordnungen wohltuend und segensreich erleben dürfen. Danke, lieber Vater, dass du uns Zeit des Lebens schenkst. Es ist köstlich, von dir beschenkt zu sein. Nun schenke uns auch dein Wort, das es in unseren Herzen und Seelen licht werden lässt, und höre uns, wenn wir in der Stille miteinander und füreinander beten:   Stilles Gebet

Gebet am Beginn

Himmlischer Vater, höre meine Stimme. Zärtlicher Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit, nimm Wohnung in mir – jetzt. Alles Laute in mir, es soll jetzt schweigen vor Dir, dem Heiligen. Meine Freude, ich halte sie Dir dankbar hin. Meine Energie und Lebenskraft, ich spüre sie und bin glücklich darüber. Auch, was mich beschwert, hat jetzt Recht und Raum vor Dir, Gott; denn du willst mir tragen helfen, abnehmen, was mich belastet, vergeben, was mir Leid tut, heilen, was in mir verletzt ist. Gott, du bist eine Wohltat. Was sollte ich tun, wenn du nicht so großzügig wärst, so ohne Maß liebend, für mich hoffend und auf meine Antwort der Nächsten- und Schöpfungsliebe jeden Tag neu wartend.

Pfingsten

Gott, heiliger Geist. Vor Dir stehen wir an diesem Morgen. Wir dürfen leben. Wir spüren das Leben in uns, spüren unseren Atem - Atem von dir, Odem des Lebens. Du, heiliger Geist, bist der Atem der Welt. Was geworden ist, hast du mit Leben erfüllt. Was lebt, lebt aus dir und atmet deinen Odem. Dreieiniger Gott, Vater, Sohn und Heiliger Geist. Das Geheimnis deines Wesens steht uns heute vor Augen. Schöpfer bist du und Erlöser, und Geist bist du, Geist, durch den die Liebe und Barmherzigkeit Jesu in unser Leben kommen. Gott, heiliger Geist, stärke uns, tröste uns und gib uns deinen Atem, damit wir den langen Atem der Hoffnung auf den Wegen unseres Lebens nicht verlieren.Nun rede zu uns und lass uns deine Nähe spüren. 

Himmelfahrt

Jesus Christus, du unser HERR: Von dir bekennen wir: „Aufgefahren in den Himmel; er sitzt dort zur Rechten des allmächtigen Vaters“. Welch ein wunderbares Bild ist das, das uns hilft, unseren Glauben zu verstehen und auszudrücken: Du sitzt zur Rechten Gottes, sitzt da, wo einst der mit Vollmacht ausgestattete Stellvertreter des Königs gesessen hat. Wo Menschen denken, dass der strenge Richter seinen Platz hat, da sitzt du, der Christus, unser Fürsprecher und Freund. Welch ein Bild des Glaubens: Unser Menschsein mit allem, was zu ihm gehört, kommt vor Gottes Angesicht – und du, Gott selber, trittst für uns ein in all unserer Schwachheit. Gütiger Gott, wir staunen über deinen Weg mit uns und deiner Welt. Wir staunen, dass du den Himmel aufgeschlossen hast und jeden anderen Weg zugeschlossen, der uns und deine ganze Welt am Ende der Verlorenheit preisgegeben hätte. Wir dürfen leben, jetzt und in Ewigkeit, weil du es so willst, weil du ein Gott des Lebens bist, der nicht ohne seine Geschöpfe sein möchte.