Die Geschichte unserer Glocken

Wir besitzen in unserer Kirche ein sehr schönes harmonisches Geläute von drei Glocken. Allerdings war nicht immer ein so volles Geläute vorhanden. Im ersten Weltkrieg 1917 mussten die beiden im Jahr 1737 von Johann Jacob Rechlin gegossenen Glocken für die Rüstungsindustrie abgegeben werden. Doch schon 1921 wurden sie ersetzt. Leider mussten auch diese im zweiten Weltkrieg 1942, ebenfalls für die Rüstungsindustrie, abgeliefert werden. An die damalige Auslieferung erinnern zwei Strophen eines Gedichtes:

Zum letzten mal heute die Glocken erklingen,
zum letzten mal luden die ehernen Stimmen
in lieblichem Dreiklang so freundlich uns ein.
Die traulichen Klänge weit hörte man schallen,
zum Hause des Herrn zu kommen und wallen,
sie lockten und mahnten und luden uns ein.

Nicht Zeit ist's zu jammern und zu klagen,
doch Zeit ist's, gemeinsam das Schwere zu tragen
im Aufblick auf Gottes allmächtige Hand.
Und beugend zu flehen, Herr, wehre dem Sturme,
sei du unser Wächter, bis wieder vom Turme
die Glocken erklingen, s'ist Frieden im Land.

Die Spendenbereitschaft der Bürger ermöglichte bereits im Jahre 1951 die Wiederbeschaffung der fehlenden zwei Glocken.

Nachfolgende eine nähere Beschreibung der heutigen Glocken:

Die Große, die Betglocke:

Tonlage: gis
Gußjahr: 1787
Durchmesser: 98 cm Gewicht: 550 kg
Gießerei: Chr. Ludwig Neubert, Ludwigsburg
Emblem: Wappen der Freiherren von Sturmfeder
Inschrift, lateinisch: 0 König der Ehren, Christe, komm mit Frieden

Interessant ist der Ursprung dieser Glocke. Das Material stammt von einer Glocke, die schon im Jahr 1278 hier vorhanden war. Daraus ist zu schließen, dass bereits in jener Zeit eine Kapelle oder kleine Kirche hier gestanden haben muss.

Damit die Glocke noch viele Jahre erklingen kann, wurde sie im Jahr 1988 in einer Spezialwerstätte im inneren Schlagkranz durch Auftragsschweißung runderneuert.

Die Mittlere, die Kreuzglocke:
Tonlage: h
Gußjahr: 1951
Durchmesser: 81 cm
Gewicht: 325 kg
Gießerei: Kurtz, Stuttgart
Emblem: Pax, Friedenszeichen (Christussymbol)
Inschrift: Alles was Odem hat, lobe den Herrn

Die Kleine, die Taufglocke

Tonlage: cis
Gußjahr: 1951
Durchmesser: 72 cm
Gewicht: 230 kg
Gießerei: Kurtz, Stuttgart
Emblem: Kreuzzeichen mit A und Q.
Inschrift: 0 Land, Land, Land, höre des Herrn Wort

Zur Weihe der mittleren und kleinen Glocke am 18. Februar 1951 hat eine Bürgerin ein Gedicht verfasst, welches von zwei Kinderschülern in der Kirche vorgetragen wurde. Der letzte Teil des Gedichtes lautet:

 

"Vereint sind nun die Glocken wieder.
Sie schaun vom Turm auf uns hernieder.
Drei Schwestern innig im Verein.
Voll tönt ihr Klang ins Land hinein.
Und was die dritte Glocke sang,
so einsam viele Jahre lang,
das soll nun auch das volle Läuten
als lauter Ruf dem Dorf bedeuten:
"Ihr Menschenkinder, nah und fern,
vergesst nicht euren Gott und Herrn!
Sucht ihn bei Freude und bei Leid,
dient treulich ihm die Lebenszeit!
Wenn alles Irdische vergeht,
sein Wort, sein Reich allein besteht."