Geteiltes Großaspach zur Zeit der Reformation

Zur Zeit der Reformation des Herzogtums Württemberg gehörte die nordwestliche Hälfte von Großaspach ("jenseits des Klöpferbaches") der Krone Württemberg; aber der Kirchensatz mit der anderen Ortshälfte war im Besitz der in Oppenweiler residierenden freiherrlichen Familie v. Sturmfeder, welche noch lange am alten Glauben festhielt und von einer Reformation nichts wissen wollte, zumal sie auch die hohe Obrigkeit zu haben behauptete.

Herzog Ulrich hatte bei der württembergischen Reformation 1531
Großaspach unberührt gelassen und an der Gottesdienstform und am Bekenntnis nichts geändert. Nun aber, nach der Aufhebung des Interims im Jahr 1551, veränderte sich sie Sachlage entscheidend zu Ungunsten des alten Glaubens: die Gemeinde Großaspach hielt bei Herzog Christoph immer eindringlicher um einen evangelischen Prädikanten an.

Der katholische Pfarrer führte - so empfanden es die damaligen Ortsbewohner - ein "ärgerliches Leben", und Herzog  Christoph selbst konnte in seinem Reformationseifer diesem Unwesen nicht länger zusehen. Man ließ sich in Unterhandlungen mir Herrn v. Sturmfeder ein; allein da die rechtlichen Schwierigkeiten sehr erheblich waren, konnte man nicht rasch vorgehen. Der unwürdige Priester wurde zwar beseitigt - wahrscheinlich 1554 -, aber dafür ein anderer angestellt, der noch schlimmer war und eher noch mehr Ärgernis anrichtete. Freiherr Friedrich von Sturrnfeder starb am 22. März 1555 mit Hinterlassung seiner Witwe Margarete, geb. Freiin v. Hirnheim, und unmündiger Söhne, welche sämtlich am katholischen Glauben festhielten. Die württembergische Regierung wartete nun die Volljährigkeit des ältesten Sohnes - Friedrich v. Sturrnfeder - ab, um mit ihm 1557 in neue Verhandlungen einzutreten. Das Ergebnis war schließlich, dass der junge Patron seinen katholischen Priester, welcher ein langes Sündenregister auf sein Gewissen gehäuft und zu schweren Klagen Anlass gegeben hatte, endlich 1558 entließ und schweren Herzens in die Anstellung eines evangelischen Pfarrers einwilligte und sich die Zusendung eines solchen durch Herzog Christoph gefallen ließ. Der letzte katholische Pfarrer in Großaspach hat somit selbst viel zur  Durchsetzung der Reformation am Ort beigetragen.